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Nomophobie – Nicht mit mir!

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Nomophobie – Nicht mit mir! | story.one

Seid ihr eigentlich auch von Nomophobie betroffen? Oder schon mal was vom BSPF-Syndrom gehört?

Gestern Abend ist es angekommen, per Post. Für mich ganz neu, aber eigentlich ist es ein Gebrauchtes! Einer findigen Idee und einem österreichischen Start-Up-Unternehmen sei Dank, besitze ich nun auch ein neues – und sogar nachhaltiges – Smartphone! Und es ist wahrlich schön – in einem satten Rot gehalten! Ehrlich gesagt, ist mir aber weder das Gerät noch alles was es kann, wichtig, ich benütze es sowieso nur, wenn es notwendig ist …

Ja, ja, ich kann den Aufschrei eurerseits bis hierher hören!! Sorry, ich fühle einfach keinerlei pseudoerotische Anziehungskraft zu einem Mobilphone, egal, ob es das trendigste und heißeste Modell am Markt ist oder mit Hunderten von giga-coolen Apps ausgestattet ist. Für mich ist ein Handy ein Gebrauchsgegenstand und that´s it …

Mein erstes Handy im Jahr 2000, nur für Notfälle gedacht, war ein Nokia 3310, also jenes Gerät, das zur Jahrtausendwende weltweit mehr als 120 Millionen Mal verkauft wurde. Also ein echter Verkaufshit, der Akku hielt noch eine Woche lang und es galt als unzerstörbar. Bis es meine 15 Monate alte Tochter in die Hände bekam und es für immer versenkte. Danach folgten einige weitere vergleichbare, unansehnliche graue oder schwarze Modelle, Tastentelefone – gut genug zum Telefonieren und SMS verschicken. Und dann vor einigen Jahren vererbte mir meine pubertierende Tochter ihr altes goldfarbenes iPhone mit Touchscreen, allen möglichen Funktionen, Apps und sonstigem Schnick-Schnack. Seither erfolgt unsere Kommunikation nur noch via WhatsApp. Kürzlich gab das Mobil-Ding den Geist auf und eben jetzt mein neues, Rotes …

Ehrlich, wann legt ihr euer Handy mal weg?!

Ein Smartphone wird pro Tag durchschnittlich 85 Mal gecheckt – die Nutzungsdauer insgesamt beträgt zwischen 3 und 5 Stunden täglich. Unsere Mobiltelefone sind omnipräsent und allgegenwärtig, sind treue Begleiter von früh bis spätabends. Egal, ob im Bett, in der Dusche, am Klo, am Esstisch, im Auto, in den Öffis, am Arbeitsplatz, bei jeder Verabredung und Veranstaltung, beim Sport, im Urlaub und überall sonst, wo jedermann/jedefrau sich hinbewegt … aber nie ohne sein/ihr BSPF – „Best Smart-Phone Forever“.

Als elektronisches Wunderkind mit KI-Potenzial ist es alles in einem: Gesprächspartner, Trainingsbuddy, Büro, Navigator und Fernsteuerung, Musikplayer, Spielkonsole, TV, Buch, Kamera und natürlich die Tür zur globalen und WWW-Welt. Man(n) verzichtet inzwischen lieber auf Sex als auf sein BSPF!

Und obwohl die Geräte darauf programmiert sind, Kommunikation über alle Grenzen hinweg zu ermöglichen, habe ich eher das Gefühl, dass sie dieser nicht wirklich zuträglich sind. Im Gegenteil! Auch wenn ich eine der wenigen Menschen auf unserem Planeten sein sollte, ich kann dieser Manie nach einem ca. 14 x 7 cm großen Ding nicht viel abgewinnen …

Egal, was kommen sollte, ein Nomophobiker werde ich sicher nicht mehr!

© St. Adler 16.09.2020

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