Kickerlitzchen - Feiertag in Hogelberg - 1

In Hogelberg ist alles ist angerichtet für einen neuen Gemeindefeiertag. Groß ist sie nicht, die Gemeinde im tiefen Hinterland. Eingezwängt liegt sie da zwischen der Bezirkshauptstadt und der Innviertler Motorrad-Welthauptstadt. Ein Gemeindeamt, der Gemeindearzt, die Dorfschule mit nur zwei Klassen, drei freiwillige Feuerwehren, die Musikkapelle, die Goldhaubenfrauen, die Weißbierbrauerei Oberhuber sowie ein über die Bezirksgrenzen hinaus bekanntes Oktoberfest. Für mehr reichen die 600 Einwohner nicht.

Der Fußballverein floriert. Immerhin rund fünfzig Kinder beiderlei Geschlechts toben in drei Altersklassen dem runden Leder nach, die Kampfmannschaft spielt leidenschaftlichen Fußball. Die Kicker jenseits der 45 Jahre kommen nur mehr selten in der Ersten zum Einsatz. Sie haben in der Reservemannschaft ihren Stammplatz sicher - außer man sitzt gerade in U-Haft wie der Ungerhofer-Charlie, der in seinen Facebook-Postings vor der letzten Nationalratswahl dermaßen die Contenance verlor, dass sich sogar seine engsten Stammtisch-Freunde auf Facebook von ihm entfreundeten. Zum Thema wurde das Ganze aber erst nach einer anonymen Anzeige – als der Charlie den Anonymen ausfindig machte und derjenigen einen ordentlichen Haken mitgab. Aber das ist ein anderes Thema.

Hogelbergs Erste entwickelte sich zuletzt so dynamisch, dass man vom tiefen Mittelständer in der 2. Klasse West-Süd zum Meisterkandidaten heranreifte - zum einen wegen dem breiten Kader. Die Jocher-Buam, ein Brüder-Quartett, mittlerweile alle samt im spielfähigen Alter. Während Albert der Älteste bereits 23 Jahre alt ist und Bertram, der mittlere, mit seinen 20 Jahren schon drei Saisonen in der KM zu Buche stehen hat, verstärken seit heuer die Jocher-Zwillinge Claus und Dominik die Mannschaft - beide fußballerisch hochbegabt und auf dem Wunschzettel des benachbarten Bezirkshauptstadtvereins. Auch einige Freunde der Jocher-Zwillinge - Benji Kammerer, Lukas Irndorfer und Pauli Heuber - wurden aus dem 17-er-Nachwuchs in die KM hochgezogen.

Zum anderen liegt die Steigerung kommt auch am neuen Spielertrainer, der seit heuer in Hogelberg das Zepter schwingt. Leo Hunger (43), dreifacher Spieler der österreichischen Nationalmannschaft, baut in der Gemeinde ein Haus. Weil er mit dem Bürgermeister seit einem lustig-erotischen Zufall auf einer Auslandsreise gut bekannt ist. Wiederum ist das aber ein anderes Thema.

Jetzt endlich, das Eigentliche: Das Relegationrückspiel um den Startplatz in der 1. Klasse West-Mitte gegen Abelsbach steht an. Hogelberg will dorthin aufsteigen, Abelsbach keineswegs in den Ligakeller. Das Heimspiel gewann Abelsbach auf heimischem Geläuf mit 1:0. Für eine spannende Ausgangslage ist gesorgt ...

To be continued.

(Anmerkung: Alles, was ich im Vergleich zur Realität ändern muss, erfolgt aus einem Augenzwinkern heraus, zum Schutze der Identität und Sicherstellung der Bestimmungen der DSGVO.)

© Stefan_Karl