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#sport#kickerlitzchen#fußball

Gut vorbereitet 1

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Gut vorbereitet 1 | story.one

(Die "Kickerlitzchen by Stefan Karl" sind eine Reihe von Geschichten, die mir so - oder fast so - zugetragen werden und wurden. Aus dem Amateurfußball, aus dem Profifußball. Alles, was ich im Vergleich zur RealitĂ€t Ă€ndern muss, erfolgt aus einem Augenzwinkern heraus, zum Schutze der IdentitĂ€t und Sicherstellung der Bestimmungen der DSGVO. Viel Spaß.)

»FrĂŒh auf dem Platz zu sein,« sagt Bernd Julbacher zu sich, »frĂŒh auf dem Platz zu sein, ist die halbe Miete. FĂŒr ein erfolgreiches Training.« Julbacher hat das im Trainerkurs des Fußballverbandes gelernt.

In den theoretischen und praktischen Einheiten war er war einer der aufmerksamsten Trainer gewesen. Akribisch schrieb er mit – in den Kursen ĂŒber Motivation, Taktik, Technik. Skizzen fertigte er an, um die vorgezeigten Übungen sicher in Erinnerung zu behalten.

»Du Mustertrainer«, denkt Julbacher lÀchelnd.

Und erinnert sich an seine eigene Karriere als Spieler. Mal waren die Trainer zu spĂ€t gekommen, mal waren sie unvorbereitet gewesen und ĂŒberspielten dieses Unvorbereitet-Sein damit, die Mannschaft "einfach Mal" ein lockeres Trainingsspiel machen zu lassen.

Eine typische Einleitung, die der Wagner-Rudi, schon zu Lebzeiten eine Trainerlegende in seinem Stammverein, gesagt hatte: "Heit' spĂŒ' ma moi. Öf gegn öf. Achso, samma nur zwanz'g Leid heidt? Was Franz und Peter, entschuldigt? Oh, okay. Na dann 11 gegen 9 – dann könnt’s gleich Unterzahl spĂŒ'n. Des hat am Wochenend' eh ned 'klappt. Elf blaue Schörds, nei' rode ... Girschi, geh hol’ du die Leiwal aus der Kabin'?"

Unvorbereitet, das wĂŒrde ihm nicht passieren, schwört sich Julbacher und wiederholt innerlich noch einmal: »FrĂŒh auf dem Platz zu sein, ist die halbe Miete. FĂŒr ein erfolgreiches Training.«

Also war er heute bereits fĂŒnfundvierzig Minuten vor Beginn der Einheit auf dem Platz seines Fußballvereins angekommen. Den ausgedruckten Trainingsplan, den er fĂŒr den heutigen Tag erstellt hatte, hĂ€lt er in der Hand – das Ganze hatte ihm fast eineinhalb Stunden gekostet, denn er hatte einige Übungen gegeneinander abwiegen mĂŒssen und dann die Schwierigkeitsgrade fĂŒr die unterschiedlichen SpielerstĂ€rken feintunen mĂŒssen. Der Din-A4-Zettel zeigt ihm die Übungen, den Zeitablauf und in einer eigenen Spalte auch die Trainingsutensilien, die er fĂŒr dieses Training benötigen wĂŒrde.

Demzufolge geht Julbacher in das Kammerl mit den Trainingsmaterialien und beginnt einzupacken. Er schnappt sich sechzehn Stangen, die er fĂŒr das Abstecken der zwei Trainingsfelder benötigt, ebenso einen Turm kleiner MarkierungshĂŒtchen fĂŒr die Übung zur Ballkontrolle. Den Sack mit den BĂ€llen in unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe und Festigkeit, um die AnpassungsfĂ€higkeit der Spieler herauszufordern. Die Ringe, die sie fĂŒr die KoordinationsĂŒbung brauchen werden. Kurzentschlossen legt er auch noch den American Football fĂŒr das Abschlussspiel mit in das Ballnetz.

© Stefan_Karl 2019-04-12

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