Fellini - Meister des Fantastischen

Bevor F.F. als Regisseur ein Meister ja ein Künstler seines Faches (Sie merken es gleich ich bin ein Bewunderer) wurde, startete er in jungen Jahren als Karikaturist, (bitte erwarten Sie keine Zahlen, die liegen mir fern) danach machte er die Bekanntschaft mit Roberto Rossellini, wird dessen Assistent und Co-Drehbuch Autor, bevor er Anfang der fünfziger Jahre mit Luci del Varietà und Lo Sceicco bianco seine ersten Filme dreht.

Es folgt eines seiner vielen Meisterwerke „I Vitelloni“ ein Film über fünf junge Männer die in den Tag hineinleben, Fanatiker des „dolce far niente.“ Ohne ein bestimmtes Ziel im Leben zu verfolgen – konterkarieren sie den nicht aus der Mode kommenden Tüchtigen und Willigen. Hüte dich vor dem der ein Ziel verfolgt!

An dieser Stelle möchte ich nun nicht eine genaue Filmografie wiedergeben, vielmehr nehme ich Sie werte Leser mit, lassen Sie uns eintauchen in diese Welt voll fantastischer Bilder und Träume. Fellini liebte den Glanz, das Leben in all seinen Facetten, seiner Tragik und unsere menschliche Unzulänglichkeit, gepaart mit einem leichten Anflug von Ironie, Zauber und Witz.

viele seiner Filme handeln von Nähe und kühler Entfremdung , wenn Protagonisten versuchen einander näherzukommen, oder miteinander zu reden und doch aneinander vorbeireden bzw. nur ein flüchtiger Augenblick im Leben einer fremden Frau sind.

In 8 ½ dreht er einen Film im Film. Mastroianni sein alter Ego folgt zur Musik von Nino Rota einem Traumbild nach den anderen als er z. B. sich erhebt und einfach über den Verkehr hinweg fliegt. Immer wieder kehrt Fellini am Boden der Realität zurück so auch zum Ende von ROMA als der Sprecher Anna Magnani begegnet und diese ihm sozusagen mit den Worten „Ihm sei nicht zu trauen!“ eine Abfuhr erteilt. In AMARCORD kehrt er nach Rimini zurück mitsamt seinen lustigen Figuren und den aufstrebenden Faschismus.

Auf dem riesigen Passagierschiff Il Rex begegnet ihm die erste Liebe im Kino, auch ihm war „ la mano morta – die tote Hand“ nicht unbekannt. Mitte der Achtziger dreht er Ginger und Fred ein Film gedacht als Abschied aus einer Welt die immer trivialer wird, hässlicher, eine Welt in der das Fernsehen mit all seiner Werbung und seinen kurzweiligen Shows, der fantastischen Welt des Kinos endgültig den Rang abläuft. Glanz und Glamour erscheinen nur mehr als Randerscheinung zwischen den Zeilen, wie in den im Umbau befindlichen Bad wo sich Giulietta und Marcello noch einmal begegnen und in fernen Erinnerungen schwelgen.

Hier endet unsere Reise mit all seinen Darstellern und Protagonisten fantastischer Träume ohne ein eigenes Leben, denn in Wahrheit entstammen diese Figuren alle der Feder unseres Regisseurs und dessen unbändiger Vorstellungskraft. So reiht sich Film an Film, Geschichte an Geschichte voller Glanz, Schönheit, Tragik und Leid. So schnell und so flüchtig wie ihr Auftritt, verschwinden Sie auch wieder von der Bühne und als der Film hier endet, bleibt nicht einmal ein Sonnenstrahl.

© Stelio Cotugno