Orecchiette con brokkoli

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Orecchiette con brokkoli | story.one

Einmal mehr geht es um das Thema – Essen „ „na net scho wieder“ wird der eine oder andere von Ihnen sagen, einfach weiterblättern. Habe ich hingegen Ihre Neugierde geweckt, weiterlesen, wehrte Leser, Sie werden nicht enttäuscht. Wie sich mittlerweile unschwer erahnen lässt spielt Essen eine große Rolle in meinen Leben, da liegt es nahe, dass ich mich auch für das Kochen interessiere. Es bietet naturgemäß gewisse Vorteile, abgesehen davon, immer etwas Neues lernen zu dürfen, weiß man, was man isst, wo es herkommt und ob die Qualität stimmt, ganz nach dem Motto: "Du bist, was du isst."

Meine Sportzeiten liegen in längst vergangenen Zeiten, für Feuerwehr- Musik- und Ortsverschönerung-Vereine konnte ich mich noch nie erwärmen, stellt sich die Frage am Land? Meine Vermieterin hat die Lösung, eine Kreativ- und Kulturgruppe, ungezwungen, mit Menschen jeden Alters und Interesse. Mittlerweile seit zwei Jahren dabei, alles mögliche schon erprobt, malen, töpfern, basteln, die Gruppendynamik hat etwas für sich!

Für Dienstag hatte ich eine Überraschung angekündigt – Thema ist, genau erraten, kochen, „Pasta fatto in casa“ Nudeln selbst gemacht. Vorige Woche bereits angekündigt, alles zu besorgen, Küche ist vorhanden. Wir sind zu acht dieses Mal und niemand kann sich vorstellen, was ihn erwartet.

Nudelteig ist einfach zuzubereiten, wollte auch den Unterschied aufzeigen zwischen Pasta mit Eier und Pasta ohne, nur mit Hartweizengrieß, Wasser und Salz. Pro 100Gramm Mehl ein Ei, jeder darf mal Teig kneten, alles in allem jeweils zehn Minuten. Für den Sugo habe ich Knoblauch, Olivenöl, frische Paradeiser (Tomaten), Karotten und Stangensellerie besorgt. Während der Teig nun für zwanzig Minuten rastet, bereiten wir in der Gruppe alles vor. Einige schälen andere schneiden, ich teile ein, alle sind begeistert.

Scherz beiseite, während ich erkläre, welche Pasta wir gleich herstellen werden und von ungläubigen Blicken begleitet, die Zutaten für die „orecchiette con broccoli“ präsentiere, geht ein Raunen durch die Menge. Beim Kochen, Brokkoli, Knoblauch, Salz, etwas Wasser, Olivenöl, schummle ich noch etwas Chili aus eigenen Anbau dazu. Etwas Schärfe für den Abgang!

Nun rollen wir den Nudelteig aus, eine Gruppe stellt die orecchiette her, geht ganz einfach, wenn man weiß wie, und die andere Gruppe, rollt ebenfalls Ihren Teig aus, faltet ihn aus beiden Seiten zusammen, immer in die Mitte hin und schneidet je nach Breite, Tagliatelle, Tagliatellini und breite Pappardelle, die sich besonders gut eignen, für Ragout oder Steinpilze.

Aus der Küche duftet es und aus den naheliegenden Büros kommen immer wieder Menschen, neugierig was denn hier so gut duftet, so gar nicht Kantine mäßig. Wir setzen uns alle an den schön gedeckten Tisch und gefolgt von lauten „Mmmhh“ Bekundungen und glücklichen Blicken, freue ich mich, nicht nur etwas für unseren Magen, sondern auch für eine Kultur des „savoir vivre“ getan zu haben. Hartberg – slow City.

© Stelio Cotugno 16.10.2019