Bayerische Amtsgeschichten

  • 242
Bayerische Amtsgeschichten | story.one

Geschichten die das Leben so schreibt.

Es ist eine besonderer Tatbestand, wenn man in einem Amt arbeitet. Meist erstaunliche oder fast unglaubliche Geschichten ereignen sich da.

Dazu gibt es einen wunderbaren Sketch auf YouTube über Beamte:

Der Beamte sitzt am Telefon und es läutet. Lauthals beginnt er das Telefon zu beschimpfen, was "DEM" einfällt anzurufen! Zufrieden ist er erst als Telefon aufhört. "Jetzt hat er aufgegeben" sein Kommentar. Er langweilt sich weiter. Dann kommt eine Mitarbeiterin und will dass er einen Urlaubsantrag unterschreibt. Diese beschimpft er, da sie ihn kurz vor Mittag wieder belästigt. Dann geht sie und wieder klingelt das Telefon. Zum Glück ist Mittag und er verlässt das Büro um in die Mittagspause zu gehen.

Diesen Sketch finde ich super, da er stimmt.

Es gibt Vorgesetzte die um 06.00 Uhr in die Arbeit kommen, die Türe verschließen, bis 07.00 oder 07.30 Uhr weiter schlafen bzw. dananch in Ruhe die Zeitung lesen. Ehrlich wahr. Mir selbst passiert. Einmal hat der Besagte vergessen die Türe zu verschließen. Ich klopfe und bin rein, da hatte er doch die Füße auf dem Tisch und hat geschlafen. Selbst erlebt!

Da Arbeit in Ämtern groß geschrieben wird, habe ich jüngst die Anweisung erhalten, eine Rufumleitung von einem leeren Büro in das nächste leere Büro zu setzen. Die Begründung dafür war: wir werden jetzt modern, da muss nicht immer jemand erreichbar sein! Ernsthaft!

Natürlich wird Respekt und Rücksichtnahme, sowie Kollegialität auch groß geschrieben. Bei uns gibt es eine neue Vorzimmerdame. Seit diese Kuh da ist, passieren Dinge, du glaubst es kaum. Es wird die Kaffeemanschine versteckt, es verschwinden die Teller in der Küche, sowie Tücher zum Hände abtrocknen usw. Wenn man dann genauer sucht, ist es alles versteckt. Mittlerweile bringt jeder seinen eigenen Kaffee, seine eigene Milch, sowie sein eigenes Besteck mit.

Nett ist auch der Personalrat der sich natürlich für die Angestellten einsetzt. Nach einer tollen, vor allem sehr "arbeitnehmerfreundlichen" Aktion, sind Mitarbeiter so aufeinander losgegangen, dass ich dachte, jetzt geht´s los. Viel hat nicht gefehlt und sie hätten sich geprügelt.

Was mich aber am meisten auf die Palme bringt ist das Phänomen: jemand redet mit dir und zwar mindestens a halbe Stunde und danach habe ich keine Ahnung worum es geht. Sowas macht mich so sauer. Mein Intelligenzniveau ist normal, glaube ich, aber da kapier ich niente, nichts.

Cool ist auch wenn man über den Betriebsrad einen Rüffler bekommt für Arbeiten die nicht gemacht wurden. Danach stellt sich jedoch heraus, da war noch gar niemand bei mir, um mir diesen Auftrag zu geben, also wussste ich gar nichts davon. Ein Irrnhaus ist a Dreck dagegen.

Dass aus einem Arbeitsverhältnis so a Schmarrn werden kann war mir bisher fremd. Sowas kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Wenn mir jemand davon erzählt hätte, ich hätte es definitiv nicht geglaubt!

Man könnte sagen ein Irrenhaus: aber mit offenen Pforten.

© Stern1801 11.06.2019