Flughafen- Wien-Arbeit

Neben dem Studium begann ich 2003 am Flughafen an zu arbeiten.

Meine Aufgabe war es eine gratis Zeitschrift in der Empfangshalle zu verteilen.

Es war ein langweiliger und schlecht bezahlter Job. Die Passagiere der ankommenden Flüge rasten durch den Gang und waren überhaupt nicht an der Zeitschrift interessiert.

Das war echt mühsam, man stand da lächelt und sagte:

"Welcome -Herzlich Willkommen" Manche Passagiere rießen ir die Zeitschrift regelrecht aus der Hand. Jedes verteilte Stück war ein kleiner Erfolg.

Manchmal kam gar keine Maschine an und so saß ich versteckt hinter einen Stapel von Zeitschriften und las ein Buch.

Die Neonreklamen und die monotonen Durchsagen ließen den Dienst auch nicht wirklich schneller vergehen. Luft war zum Schneiden.

So machte ich mich mit der Kollegin, die auf der anderen Seite der Kofferhalle auch Zeitschriften verteilte, auf um einen Kaffe oder ein Eis zu kaufen.

Wir flüchteten nach Draußen um etwas frische Luft zu schnappen. Dort war es auch nicht viel besser. Es roch nach laufenden Motor der Taxis gemischt mit der Luft der Raffenerie.

Manchmal spazierten wir auch einfach nur herum, versteckten unsere blauen Ausweiskarten unter den Leiberln. Dann sollen sie sich mal hierherstellen um den wahnwitzigen Lohn. Da verbrauchte man fast mehr Geld für das Ticket bis zum Flughafen und zurück.

Wir probierten Parfüms aus und schmökerten in den Büchern und Zeitschriften in den Bücherläden. Der Verkäufer bot mir an, dass ich Comics ausborgen könne.

Das fand ich eine brillante Idee und war froh darüber. Ich las gerne Luky Luke oder die Peanuts. Diese humorvolle Unterhaltung tat gut in der trostlosen Kofferhalle.

Es kamen auch einige Prominente am Flughafen an. Thomas Gottschalk zum Beispiel und"James Bond". Diese mussten aber nicht durch die Kofferhalle gehen. Sie wurden irgendwie hintenrum geschleust.

Durch die Kofferhalle kamen sehr viele Sportler. Wenn es Basketballspieler waren und sie alle mindestens 2,10 m und größer waren, sieden Gang entlangkamen, kam ich mir richtig klize klein vor.

Als würde ich bei jeden Schritt den sie näher kamen, schrumpfen. Als wären es Riesen aus einer anderen Welt.

In regelmäßigen Abständen kam Armin Assinger an, der die Millionenshow moderierte.

Er grüßte sehr freundlich und strahlte sehr. Das fand ich toll. Die Sonne ging auf.

Mir sind berühmte Leute egal und ich finde es blöd wenn man Wirbel um sie macht. Es sind Menschen wie du und ich. Das ich so freundlich begrüßt wurde fand ich erfrischend!

Meistens war es umgekehrt ich begrüßte die Ankommenden sehr freundlich und ich bekam keine Antwort. Wenn sie aber etwas wissen wollten konnten sie plötzlich doch den Mund aufbekommen.

Da war man dann doch nicht mehr durchsichtig für sie.

"Wollen sie eine gratis Zeitschrift?" flötete ich höflich.

Keine Antwort. Kein "Nein , danke" oder "Ja, bitte".

Die gehetzte Meute rannte mich fast nieder oder ignorierten mich.

Manche sagten wirklich :

"Aus dem Weg ich habe es eilig!"

© Sternenkind