Industriekletterer und Rentier-Burger

Letzten Sommer, hat es meinen Schatz beruflich nach Finnland verschlagen.

Es war für ihn der erste Besuch im hohen Norden und ein einzigartiges Erlebnis.

Seiner Meinung nach , wird dieses naturbelassene Land, hauptsächlich von Rentieren bewohnt. Sie beherrschen das Land und nur vereinzelt kann man ein paar Menschen ausmachen.

Bei der dreißig minütigen Autofahrt von der Unterkunft zu den Windkraftanlagen konnte er unzählige dieser schönen Vierbeiner bestaunen. Der Weg zur Arbeit war eine frisch geteerte Strasse, die Mitten durch einen endlos scheinenden Wald führte.

Neugierige Rentiere kamen aus dem dichten Wald hervor und begleiteten meinen Partner und dessen Arbeitskollege eine Weile.

Die prächtigen Waldbewohner trippelten einmal vor ihnen, einmal neben ihnen einher.

Sie bildeten wahrlich eine tierische Eskorte, die das Fahrzeug mindestens fünf bis zehn Minuten begleitete. Dann bogen sie wieder bei der nächsten Lichtung in Richtung Wald ein und waren verschwunden.

Links -Wald.

Rechts-Wald.

Vorne -Wald.

und hinten-Wald.

Und dann standen dort Giganten, hohe Türme mit rotierenden Blätter. Es mussten Hunderte gewesen sein, die über das Land wachten.

Sie waren ganze 82 Meter hoch und als A. mit dem Lift im Inneren hoch und oben ankam blieb im jeden Tag sie Spucke weg.

Der Ausblick war überwältigend schön, er konnte halb Finnland sehen. Weit und breit nur Wälder und Windkraftanlagen. Ein riesiger Windpark.

Nach getaner Arbeit führen sie zurück zur menschenleeren Unterkunft.

Sie wurden von der grünen Schönheit des Waldes verzaubert. Der ganze Boden war übersäht mit den erfrischenden und berauschenden Beeren.

Die köstlichen dunkelblauen herrlichen Waldheidelbeeren, ließen sie die Früchte des Waldes und dessen Geschmack kosten!

Sie stoppten, labten sich an den erfrischenden und mundgerechten Beeren.

Wie im Schlaraffenland, die blauvioletten Waldfrüchte, fielen ihnen beinahe direkt in die Münder.

Manch ein tierischer Vertrauter, lugte aus dem nordischen Wald und beobachtete den seltenen menschlichen Gast beim Schnabulieren.

Am Sonntag blieb er in seinem Hotelzimmer und schlief lange aus.

Es gab zu Mittag Rentier Burger und am Abend probierte er ein Stück Rentier-Pizza. Die Texture des Fleisches war weich und zart. Er schmeckte ihm sehr.

Nachdem es ihm langweilig wurde im Hotelzimmer beschloss der Seilspezialist sich die Beine zu vertreten. Wald gab es genug zu erkunden. Es fühlte sich befremdlich an.

Jetzt fiel A. erst auf, dass er nicht die Menschen vermisste sondern die herzigen starken Santa Clause-Schlitten-Pferde!

"Wo sind sie ?" dachte er laut.

Sonst liefen sie immer auf der Straße herum, machten kleine Tanzeinlagen.

"Ob das etwas mit der Rentier -Pizza zu tun hatte?" fragte er sich selbst und spazierte alleine die Strasse hinunter.

An diesem Abend und den darauf folgenden Tagen blieben die Tiere im Verborgenen.

Kein einziges zeigte sich, sie waren wie vom Erdboden verschluckt!

© Sternenkind