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Oma mit Revolver

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Oma mit Revolver | story.one

Meine Oma wohnte etwas abseits, in der Einöde sozusagen. Deswegen bewaffnete sie sich stets vor unangemeldetem und unangenehmem Besuch. Gesetzestreu führte sie einen Waffenschein und war auch im Besitz einer Schusswaffe.

Der Stalker verfolgte meine Schwester und wollte bei uns einbrechen. Es lag Schnee und meine Eltern schliefen bereits. Der Täter schlich ums Haus und wollte die schwere Jalousie aufheben. Dann schepperte es bei der Haustüre und krachte es laut. Er wollte die Hauseingangstüre aufbrechen.

Natürlich riefen beide Schwestern die Polizei an. Bis diese endlich eintraf, war der Typ verschwunden.

„Man sieht die frischen Spuren im Schnee und die Eingangstüre ist etwas aufgebogen“, stellte der Polizist fest.

„Rufen sie bitte sofort an, falls der Mann wieder kommt“, forderte der zweite Polizist meine Schwestern auf und die Herren verabschiedeten sich.

Nachdem ein Stalker meiner Schwester auf die Pelle rückte und die Gegend nach ihr abfuhr, checkte er Häuser mit demselben Nachnamen wie meine Schwester hatte. So kreuzte er dann auch bei meiner Oma auf.

Die Rechnung hatte er aber nicht mit der resoluten Steirerin gemacht!

Das Stalker-Auto näherte sich dem Haus. Fuhr ständig wie ein Hai die Straße rauf und runter, obwohl es sich um eine Privatstraße handelte. Dann blieb es unvermittelt stehen. Bevor der Mann sich zum Haus schleichen konnte, fuhr Oma das volle Geschütz auf. Sie wollte den Irren loswerden und stellte sich tapfer auf den Balkon und rief:

„Schau, dass du verschwindest! Ich habe eine Waffe“, und sie zeigte, dass es ihr ernst war, und so schoss sie wie ein Cowgirl in die Luft.

"Beng, Beng!" krachte es.

"Beng, Beng!" Vom Steinbruch schallte das Echo zurück.

Die Oma ist eine taffe Frau aus dem wilden Westen, der Feind hatte die Hosen gestrichen voll. Man hörte eine Autotür zufallen, quietschende Autoreifen, der Irre war auf nie mehr Wiedersehen verschwunden.

© Sternenkind 11.10.2019

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