Sonja Superstar

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Sonja Superstar | story.one

Wie ist es ein Star zu sein? Berühmt zu sein, wünschen sich viele junge Menschen. Wie ist es ständig erkannt zu werden und angestarrt zu werden? So oder ähnlich durfte ich es in China erleben. H. und ich waren in Chinas Hauptstadt Peking unterwegs. Die Augenpaare der Anwesenden Chinesen ruhten ständig auf uns, sie klebten an uns wie Superkleber!

Zuerst fand ich es ja noch recht amüsant und schmeichelhaft aber im Laufe des Tages entpuppte es sich als anstrengend und schon beinahe paranoid. Die Stadt Peking ist eher provinziell, es gibt kaum Nicht-Chinesen dort. Der Anblick eines Europäers vor allem mit blonden Haaren und blauen Augen gleicht einer Mondlandung. Ich fühlte mich wie Madonna oder sonst ein Superstar! Vor der Verbotenen Stadt, waren wir in wenigen Minuten von einer Schar Chinesen umzingelt.

Sie beäugten und bestaunten uns. Die meisten standen einfach da und betrachteten uns. Einfach so. Sie sagten nichts.

Eine Mutter drückte ihr einjähriges Kind in H. Arm und machte Fotos. Sie war der Meinung es bringe Glück.

Sie machten einige Fotos mit uns und wir fanden die Szene etwas befremdlich. In der verbotenen Stadt, die nur so von Touristen wimmelte erspähte ich einmal Europäer es müssten Franzosen gewesen sein, der Sprache nach zu schließen.

Nachdem wir uns die Stadt angeschaut hatten war es schon Abend und der Jetlag und die ganze Aufregung zuvor legte Müdigkeit auf unsere Körper. Die fernöstlichen Eindrücke musste ich erst einordnen und verarbeiten. Es prasselte so vieles Neues auf mich ein. Ich fühlte mich als wäre ich auf einem anderen Planeten gelandet.

China ist so riesig und es gab überall so viele Menschen. Da starrte mich alle Insassen der U-Bahn an und es war fast unheimlich, so extrem beobachtet zu werden. Vor allem wenn man müde ist, kann das beinahe paranoide Züge annehmen. „Warum schauen die so? Hab ich Popel auf der Nase?“, stellte ich mir unentwegt die Frage.

H. jetzt wird es mir zu viel. Es ist schon anstrengend ständig beobachtet zu werden. Die ganze U-Bahn lauschte. Es war egal sie verstanden kein Deutsch und wenn dann hätten sie vielleicht endlich weggesehen.

„I trau mi net a moi mei Nosn putzn!“

Wir verließen endlich die Bahn und als wir im Hotelzimmer angekommen waren, war ich heilfroh. Privatsphäre zu haben ist wichtig. Ich blickte in den Spiegel um mich zu vergewissern, ob alles an der richtigen Stelle war.

Ein Superstar zu sein ist ganz schön anstrengend!

© Sternenkind