Er ist vierzehn

Er ist 14. Er ist hochintelligent. Er hilft seiner Mathe-Lehrerin, wenn sie sich bei einem Beispiel nicht auskennt. Er sagt, Schule bringt nichts. Weil es wäre unfair, dass eine Person (der Lehrer) über seine Zukunft entscheide. Er freut sich immer auf Wochenende und Ferien. Da hätte er mehr Zeit, Youtube zu schauen. Weil davon lerne er mehr, sagt er uns.

Er wird in USA studieren. Entweder in Stanford oder Harvard, sagt er. Das wäre fix.

Manchmal erzählt er mir über den Weltraum und ferne Galaxien. Speziell seitdem er sich vom Weihnachtsgeld der Tanten ein Teleskop gekauft hat. Ja, da kann ich sogar mitreden! Ich habe schließlich alle Star Wars Filme gesehen.

Manchmal politisieren wir auch. Gut, wir haben eine ähnliche Sichtweise zu Politikern: Wir mögen den Präsidenten, weil er so beruhigend wirkt, irgendwie wie ein Opa, aber halt authentisch. Wir mögen den Kanzler nicht so sehr, weil er uns nicht authentisch erscheint. Aber wir haben beschlossen, ihm eine Chance zu geben. Wir mögen keine der Politiker jener Partei, die nicht mehr in der Regierung ist. Weil sie hetzen. Darüber sind wir uns einig. Er sagt, er verstehe nicht, warum er noch nicht wählen dürfe. Ich sage, ich verstehe es auch nicht.

Ein entscheidender Zeitpunkt in seinem Leben war, als er feststellte, er wäre definitiv intelligenter als seine Eltern. Er sagte uns, er hat dann wochenlang überlegt, wie könne er uns das beibringen, ohne uns zu verletzen. Das war vor zwei Jahren.

Nun, wir haben es überlebt. Seine überragende Intelligenz hat ihm noch nicht unterstützt, sein Zimmer aufzuräumen. Jedes Mal, wenn wir ihn darauf hinweisen, sagt er, Entschuldigung, das hätte er vergessen. Beim nächsten Mal halt.

Er schreibt in der Schule nur unterdurchschnittliche Noten. Er sagt, die Lehrer würden ihn nicht verstehen. Manchmal glauben wir ihm. Manchmal vermuten wir aber, dass es daher rührt, dass er einfach nie lernt. Es antwortet immer, er sei nicht für unser Schulsystem geeignet. Message-Control halt.

Vielleicht sollte er sich weniger Weisheiten von Steve Jobs, Elon Musk oder Niki Lauda reinziehen. Vielleicht sollte er mehr in seine Schulbücher schauen. Sag ich, meine ich aber nicht.

Ich glaube, die Antwort ist ganz einfach: Berni ist vierzehn. Und mein Lieblingssohn (Ich habe nur einen).

© Stony