Zeit für Veränderung

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Zeit für Veränderung | story.one

Alles musste immer schnell gehen. Immer schneller, immer mehr, immer größer werden! Die Natur wurde immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, wir haben die zahlreichen Hilferufe nicht gehört, nein, wir haben sie sogar ignoriert. Aus Trotz noch mehr gemacht. Ich nehme mich da nicht raus. Ich schaffe es auch nicht mehr einen veganen Lebenstil durchzuführen, ich schaffe es nicht, nicht ins Flugzeug zu steigen. Ich bin so voller Reiselust und mit den paar Wochen Urlaub im Jahr, muss es schnell gehen, um genug Zeit an dem Ort zu haben. Außerdem liebe ich das Gefühl über den Wolken. Ich hab ein starkes Reisejahr hinter mir & fühle die Quittung dafür!

Geht es Dir auch so?

Die Natur schreit. Sie schreit uns regelrecht an. Sie zwingt uns in die Knie. Sie zwingt uns Zuhause zu bleiben und die wunderschöne Frühlings-Sonnenstrahlen nicht voll und ganz draußen mit unseren Liebsten verbringen zu dürfen. Sie zeigt uns, wie es ist, provoziert zu werden.

Ich atme auf.

Die Zeit Zuhause lässt mich entschleunigen. Ich muss niemanden einen Grund nennen, wieso ich heute lieber in Ruhe Zuhause bleibe. Nein, ich werde gar nicht erst gefragt. Diese Freiheit füllt meine Wohnung gerade! Ich genieße meine Wohnung in vollen Zügen. Hier wird aufwändig gekocht, weil die Zeit dazu ist (normalerweise koch ich abends schnell was und erwische mich immer dabei, wie ich es runterschlinge und dann vielleicht auch noch schnell die Haare waschen, weil ich am nächsten Tag wieder früh raus muss und langsam nicht mal mehr mein Tuch am Kopf meine fettigen Haare verstecken kann. Also: schnell, schneller, noch schneller. Mein Körper hat sich nicht mehr ausgekannt.

Ich miste meine Wohnung aus. Ich stelle um, ich gestalte meine Wohnung neu. Das Wandtuch hängt endlich, eine Kommode ist komplett leer (WOW), ich habe noch eine neue Pflanze (desinifziert und mit Handschuhen vor meine Wohnungstür gestellt bekommen - so lieb!), ich sitze stundenlang am Balkon, häkele Traumfänger und lass mich nicht währendessen mit einer Netflix-Folge beschallen. Ich schreibe Lieder, mit einem komplett klaren Kopf. Ich mach Yoga und tanze meine Seele frei. Ich zeichne endlich wieder! Ich höre einfach nur ruhige Musik und bin glücklich. Ich bin bei mir und das war ich schon lange nicht mehr.

Ich realisiere, dass ich dieses Leben genießen möchte und eine Veränderung her muss. Dass ich eine neue Art entdecken muss, um meine Fixkosten zahlen zu können. Dass ich mich aus meinem Beruf distanzieren möchte. Veränderung. Vielleicht möchte ich auch aus der Großstadt wieder weg und zurück zu meinem Ursprung - in die Natur. Die Natur vermisse ich am meisten.

Das ist unsere Chance, etwas zu verändern. Nicht gleich wieder weiterzumachen wie vorher, geben wir uns eine Chance, es besser zu machen! Füreinander da zu sein, die Natur in Liebe zu hüllen und vor allem uns selbst mehr Aufmerksamkeit schenken. DU bist da & DU bist wichtig!

Ich atme auf.

Die Natur atmet auf.

Das Leben wird neu erweckt.

Ich bin dankbar.

© SunsetLane