Mit den Power-Frauen zum Wallfahrtsort

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Mit den Power-Frauen zum Wallfahrtsort | story.one

In der letzten Ferienwoche, bevor das Abenteuer Schule endgültig beginnen sollte, stand das Einlösen des Weihnachtsgeschenks am Programm. Es handelte sich um einen Ausflug nach Mariazell, welcher mit den drei Power-Frauen geplant war. Die drei wären meine Freundin, ihre Mutter und ihre Großmutter. Also ab die Post und rein ins Auto.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es los, jedoch ereilte uns bereits nach einer guten halben Stunde Fahrzeit die erste Ernüchterung. Mein eigentlich ruhiger Fahrstil war auf der kurvigen Strecke in Richtung Norden wohl doch nicht immer so ausgewogen und so musste ein kleiner Schotterweg als Rastplatz dienen. Die Zufuhr der frischen Luft und das ruhige Bergpanorama verhalfen uns schließlich, schnell wieder in die Spur nach Mariazell zu finden. Sogar die kleine, polizeiliche Verkehrskontrolle, über die wir im Nachhinein schmunzeln können, konnte uns nicht von der motorisierten Pilgerfahrt abbringen.

Oben angekommen war die angenehme September-Wärme verblichen, kühle Nord-Luft strömte uns um die Ohren. Mit den beidem Damen im Schlepptau, die sich tempo-mäßig eher im Hintergrund aufhielten, begann der kurze Spaziergang vom Parkplatz aus in Richtung Basilika. Mächtig thront hier die wichtigste Kirche der Steiermark über der beschaulichen Ortschaft, die sich nicht entscheiden kann, ob sie ländlich-traditionell oder doch modern-touristisch erscheinen will.

Noch kurz den Aushang betrachtet, ehe wir die Pilgerstätte betraten. Einige Pfarrer versammelten sich vorne am Altar, auch eine deutsche Reisegruppe war zu gegen. Andächtig standen wir in einer der hinteren Reihen und nahmen am religiösen Wechselspiel zwischen Stehen, Sitzen und Kniestand teil. Obwohl die Messe teilweise schwer verständlich war, da zum einen das Mikrofon nicht immer perfekt funktionierte und zum anderen der indisch-stämmige Pfarrer leichte Probleme mit der Aussprache hatte, war die gemeinsame Feierlichkeit ein rundum gelungener Akt. Einzig die Missachtung des Fotographie-Verbots durch einige Besucher und das stete Ein- und Ausgehen etlicher Personen während der Messe minderten die Qualität dieser ein wenig. Danach am Vorplatz ein paar Andenken geknipst, weiter geht’s.

Der zweite wichtige Tagesordnungspunkt war das gemeinsame Mittagessen. Die Power-Frauen und ich gustierten beim Jägerwirt und aßen geschlossen Wild, das passt ja. Danach noch ein wenig „standeln“, denn davon gab es ja genug. Frisch gestärkt und mit Lebkuchen-Souvenirs bewaffnet wurde die Heimreise wieder angetreten.

Die ganz spezielle Aura dieses Ortes ist deutlich zu spüren. In ruhigen Momenten während der Messe konnte man die Spiritualität beinahe greifen, ganz gleich, wie stark man mit der katholischen Kirche vertraut bzw. konform ist. Für uns vier war es ein ganz wichtiger Ausflug, denn wir konnten gemeinsame Erinnerungen schaffen, an die wir immer wieder mit freudigem Herzen zurückdenken können.

© Thomas Schützenhöfer 16.10.2019