One year in a nutshell

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Angefangen hat alles mit einem Zeitungsbericht. Da kam mir die Idee. Das wäre doch was, die Plattform klingt ganz cool und ich habe noch kein Geschenk für meine Partnerin. Wochenlanges Zaudern und Brainstormen bis ich mich doch vor den Laptop schwang und loslegte. Genügend Ideen waren da, ich wollte zu Beginn das Kennenlernen festhalten. Auch die weiteren Geschichten spiegelten unsere Beziehung wider. Einige Stories waren geplant, andere kamen ganz spontan. Es tat gut, zu schreiben. Immer mit einer fixen Intention im Hintergrund.

Dann kam das Buch an, ich war begeistert, wusste, dass sie diesen Tag nie vergessen wird. Ich hatte 16 Geschichten über uns verfasst, kompakt und handlich verpackt. Der Einband, die Bilder, die Erinnerungen, ich hatte mir alle Mühe gegeben. Das war Ende Mai, Tag X war gekommen und mein schriftstellerisches Dasein schien beendet. Die Diplomprüfung und der langgeplante Urlaub standen an, da waren die Gedanken ganz weit weg.

Im August überkam es mich erneut, eine Geschichte zu verfassen. Seit Monaten erstmalig eingeloggt war ich überwältigt. Die vielen Likes, die Kommentare, Leute haben doch tatsächlich meine Begebenheiten gelesen! Ein Glücksgefühl kam auf, welches mich anspornte, ein weiteres Projekt in die Tat umzusetzen. Dazwischen gab es Wochen, in denen ich aus purem Genuss schrieb, da ich es wert fand, diese Anekdoten zu teilen.

Buch zwei erschien vor meinem inneren Auge, jeden Tag auf der Nachhause-Fahrt von der Arbeit dachte ich daran. Der Prozess dauerte über zwei Monate an. Verfeinern, überarbeiteten, ergänzen. Es sollte erneut ein Geschenk werden, für meine Freunde, meine Familie, für alle jene eben, die mich auf meinem Lebensweg über kurz oder lang begleitet hatten. Ich widmete 15 Geschichten 15 ganz besonderen Menschen und schenkte ihnen zwei weitere Momente, die mir persönlich sehr wichtig sind. Am Weihnachtsabend, alle hatten ihre Pakete bekommen, erfüllte mich eine unheimliche Freude. Ich wusste, ich hatte etwas geschaffen und konnte damit ausdrücken, wie wichtig mir diese Menschen sind.

Im Gegensatz zum Frühsommer schrieb ich weiter. Der Zeithorizont verbietet es mir, täglich zu verfassen, daher sind die Schulferien und Wochenenden meine Schaffensmomente. Unter der Woche entspinnt sich eine Idee, eine kurze Notiz, oftmals erst Tage später zu Papier gebracht. Es ergibt sich, neue Ideen sprudeln in mir! Ob Challenges, Zeitvertreib, die blanke Lust, mögliche Vorhaben, ich genieße den Moment. Das Feuer zu tippen, es brennt.

Neben meinen persönlichen Erfahrungen las ich im vergangenen Jahr viele tolle Stories. Über Menschen, die etwas zu erzählen haben, die ihre ganz persönlichen Geschichten weitergeben. Ein kurzer Gedankenaustausch hier, ein Kommentar da, man fühlt sich zugehörig, angekommen unter einer Riege von Menschen, die ihrem Hobby frönen. Gerade jetzt ist diese Verbindung von positiven Lebenseinstellungen wichtiger als je zuvor. DANKE!

© Thomas Schützenhöfer