Wer sich etwas aufbauen will - braucht Werkzeug!

Studieren macht Spaß. Neue Themen, welche man sogar selbst gewählt hat und viele Gleichgesinnte, die alle dem Ziel entgegen streben endlich selbstständig mit beiden Beinen im Leben zu stehen, erfolgreich zu sein und sich etwas Eigenes aufbauen. Also ab in die Stadt der Wahl, Wohnung suchen, vielleicht sogar eine WG oder erstmal bei Mama und Papa leben um Geld zu sparen. Was jedoch alle gemeinsam haben ist der Besuch im schwedischen Möbelhaus.

PAX, KALLAX und HEMNES sind schnell gefunden und dann wird alles im geliehenen Van in das neue Heim transportiert. Das Geld für den Aufbau spart man sich natürlich und die beiliegenden Anleitungen sind ja auch kinderleicht zu verstehen. Wenn der erste Nachttisch dann einmal steht, merkt man, dass da noch Einiges wartet und es nicht so leicht war wie gedacht:

Schrauben bleiben übrig, die Schublade läuft auch nicht rund und wenn die ganzen Möbel dann aufgebaut sind fehlen noch die Lampen, die Waschmaschine muss angeschlossen werden und es wäre schon schön wenn der Spiegel über dem Waschbecken mittig hängen würde. Mein Opa hat das noch selber gemacht aber mein Vater hat immer den Handwerker gerufen. Der war echt flott und es sah immer so einfach aus.

Viele meiner Studienkollegen haben mir ungefähr solche Gedanken geschildert und waren sehr froh darüber, dass ein Freund und ich das nötige Werkzeug und etwas handwerkliches Geschick mitbrachten, denn unsere Väter haben uns noch gezeigt wir man Baumhäuser baut und wie man für praktische Probleme, praktische Lösungen findet.

Wir haben eine lustige aber auch interessante Dinge miterlebt in der Zeit während des Studiums, wo sich unser Arbeitseifer schnell herumgesprochen hat.

Ein Freund rief uns an. Er war gerade mit seiner Freundin zusammen gezogen und leider hatten auch ihre Eltern ihnen nicht gezeigt, wie man eine Waschmaschine anschließt, sodass sie jetzt beide mit Gummistiefel und Kehrblech bewaffnet Wasser aus dem Badezimmer in das Waschbecken schaufelten, denn von einer Kabelschelle hatte sie noch nie was gehört.

Auch war lustig zu sehen wie ein Freund ganz begeistert seinen neuen Schreibtisch aufgebaut hat und ganz verwundert war als sich die Schreibtischtüren leider nur nach innen öffnen ließen. Da muss wohl die Anleitung fehlerhaft sein.

Wir haben vielen Bekannten geholfen ihre Wohnungen einzurichten und jeder hat uns die selbe Geschichte erzählt: Unsere Eltern haben uns nie gezeigt wie es geht. Dieser Satz hat mich oft beschäftigt und ich habe angefangen dankbar zu sein, da ich das Glück habe diese Fähigkeiten von zuhause mitbekommen zu haben. Diese Erkenntnis hat mich dazu veranlasst den Leuten nicht nur zu Helfen, sondern ihnen gleichzeitig zu zeigen wie sie es selber machen könnten. Und jeder hat Spaß daran gefunden und einige haben sich sogar als ersten Schritt einen eigenen Werkzeugkoffer angeschafft.

Denn wer sich erfolgreich etwas im Leben aufbauen will, sollte wissen wie man einen Hammer benutzt.

© Tobias Petersohn