Feuriger Abend bei und unter Freunden.

Was haben Sie gestern gemacht?

Manchmal auch in der DU Form gefragt und dennoch die meistgehörte Frage seit es Raum und Zeit gibt. Normalerweise fällt die Antwort "Eh, so nix", oder "Nicht viel", aus. Manchmal, an besonderen Tagen, bekommt man "Ja, es war dies und das, aber sonst eh gut", je nach Archetyp, von denen es ja 12 gibt, als Antwort. Dann gibt es noch diese besonderen Tage, Abende und Momente. So wie gestern bei Eugenio und seiner wunderbaren Frau, die zum small fire luden.

Ich freute mich schon aus mehreren Gründen. Erstens um Eugenio nach 7 Jahren wiederzusehen, den ich damals bei einem Philosophikum mit dem Thema "Demokratie", in Ines' Wohnzimmer kennenlernen durfte. Zweitens, seine liebenswerte Frau endlich persönlich zu treffen und Drittens, sehen wie ein weltbekannter Philosoph seine Wohnung anzündet um ein Feuer zu entfachen.

So traf ich kurz vor 18 Uhr keuchend, mangels Kondition und Fahrstuhl, im obersten Stockwerk eines wunderbaren Gründerzeit Hauses ein. Ich muss dazu sagen, dass ich nach dem 2. Stockwerk keinerlei Augen für das architektonische Meisterwerk hatte, sondern nur mehr einen Sherpa suchte. Stattdessen hörte ich weit ober mir "Du musst Tom sein" mit der mir gut bekannten ruhigen und angenehmen Stimme durch das Stiegenhaus hallen. Mein "Ja" ging im lauten Schnaufen unter und ich danke zuerst der Göttin, dann Eugenio, dass ich mein Ziel erreicht hatte. Im Wohnzimmer saß bereits eine tolle Frau (P-Hildegarden), wie sich später herausstellte mit unglaublichen technischen Fachwissen und einer mehr als liebeswerten Art. Bevor ich sie näher kennenlernen konnte, trafen in kurzer Zeit die restlichen Gäste ein. Zwei kannte ich bereits von einem weiteren story.one Event (Manuel und Christa), dann Hannes, Elke mit einem tollen jungen Burschen und Martin. Ich war fassungslos, da keiner so arg schnaufte wie ich. Das gab mir zu denken. Aber wo denkt es sich besser als im Hause eines Philosophen? Juhu!

Nach kurzer Kennenlernphase läutete Eugenio die Vorstellungsrunde ein, in der ich mehr über die Menschen hinter den Geschichten erfuhr. Es sind durch die Bank tolle Menschen mit ebenso tollen Geschichten, die aus gar nicht so unähnlichen Gründen ihre Liebe zu Kurzgeschichten entdeckt hatten. In der Pause gab es herrliches Paprikahendel vom Hausherrn, auch so manche Lebenserlebnisse zu hören und auch selbst zu berichten. Ich riss mich wie immer zusammen um nicht unangenehm aufzufallen, denn gestern hatte ich vergessen meine Tabletten zu nehmen.

So verging die Zeit wie im Fluge und als die ersten Gäste, die zu Freunden geworden waren, sich zu verabschieden begannen, bemerkte ich erst wie spät es schon war. Ich ging als Letzter, nicht ohne zuvor mit Eugenio darüber philosophiert zu haben, dass es eine gute Idee war das Wohnzimmer nicht abzufackeln und bin mit einem wunderbaren Gefühl heimgefahren.

Manchmal braucht es kein Feuer um ein Feuer zu entfachen. Danke für diesen schönen Abend Eugen und Bettina.

© Tom C. Schopper