Feurio!

Wir machen ein kleines Lagerfeuer und laden zum Kennenlernen ein.

Na, das ist ja mal eine gute Nachricht für mich Pyromanen auf Entzug. Maria, die glorreiche Gastgeberin kannte ich ja bereits von einem Treffen, mit dem Meister der Flügel. So mache ich mich mit geborgten SUV auf dem Weg. Da kein Freitag ist habe ich auch kein schlechtes Gewissen das Teil zu betreiben. So begab sich der Meister der unverhofften Erlebnisse auf den Weg ins Waldviertel. Erstaunlicherweise geschah nix wildes, nur einmal schickte mich das Navi auf eine "nicht digitalisierte Strasse", wobei der Pfeil, der den SUV darstellen sollte, mitten im Wald war, das Fahrzeug sich aber auf einer Umfahrungsstrasse befand. "Oh, ein Paralleluniversum", dachte ich mir noch, in Vorfreude auf ein tolles Abenteuer, das ich am Feuer erzählen konnte. Irgendwann fand mich der digitalisierte Asphalt wieder, ich empfand keinerlei Unterschied, dann begann das Navi wieder zu spinnen und ich wollte in der nächsten Ortschaft um Rat fragen. Leider hieß die Ortschaft Kainrath und das wollte ich nun auch wieder nicht genauer rausfinden und das Navi funkte wieder, nach der Ortschaft. So landete ich direkt vor dem Ziel.

Oh Mann, das war eine tolle Begrüßung. Maria und Franz durfte ich kennenlernen und nach und nach die restlichen Gäste.

Gäste? No Senior, das waren die Gesichter hinter den tollen Geschichten hier von story.one. Später dann auch in ihre Herzen blicken. Ich wunderte mich, weil bei jedem Lagerfeuer, das ich bisher kannte, zumindest ein VollVogel dabei war. Hmm, keiner zu finden. Langsam hatte ich schon Angst ebendieser zu sein und ich riss mich tunlichst zusammen. Gemeinsam mit einem jungen tollen Burschen erklärte ich den Geißbock zur Spaßbremse des Abends und alles war gut. Tolle Gespräche ergaben sich, über dies und das, auch über die bereits veröffentlichten Geschichten und den Hintergründen davon. Unglaublich wie toll diese Runde war. Selbst mein Rücken hielt mit den Schmerzen inne und konzentrierte sich aufs Scherzen. Die Gespräche mit Elke, Hannes und dem strengen Martin, der eigentlich gar ned so streng ist, waren sehr unterhaltsam. Augenhöhe überall, selbst mit dem Geißbock, den ich angepatzt hatte, den Katzen, Hunden und den Hühnern. Knistern des Feuers, tolle Natur, frische Luft, die ich mit meinen Zigaretten auf Stadtniveau brachte. Dann trieb mich mein Rücken zur Heimfahrt. Traurig, die vielen Persönlichkeiten verlassen zu haben fuhr ich heimwärts. Nach kurzer Zeit war die Traurigkeit verflogen und machte Raum, nein noch nicht zum Flügelheben, sondern für den Dank ans Universum lauter tolle Menschen neu kennengelernt zu haben.

So überlebte ich den erneuten Besuch der nicht digitalisierten Strasse, erschreckte mich nicht als die Benzinwarnlampe den Innenraum des SUV orange beleuchtete und fuhr gelassen mit dem letzten Tropfen Benzin nach hause.

Als ich heute morgen aufstand grinste ich, denn morgen machen wir in Eugens Wohnzimmer ein Feuer

© Tom C. Schopper