Pa-iiiks Nachricht.

"Wie ging es weiter?", waren die Fragen nach Pa-iiiks Geschichte. Eigentlich wollte ich keine Fortsetzung schreiben. Wie kann aus einer Welt in der Hass, Blindheit und die falschen Propheten zunehmen, noch etwas Gutes daraus werden?

Anfang Mai kam Pa-iiik wieder.

Der Traum, den er mir zeigt war anders als die Albträume, die ich sonst habe. Diesmal bin nicht ich im Mittelpunkt des Horrors, sondern, ich sehe die Welt brennen. "Brüdersöhne brennen die Sippe, arg ist die Welt. Schwertzeit, Beilzeit, Schilde bersten. Windzeit, Wolfzeit, bis die Welt vergeht, nicht einer will den andren schonen", so sehe ich Bilder, die ich aber von der Edda aus der Volü Spa, der Seherin Gesicht, bereits gelesen habe und ich sehe keinen Grund aus dem Albtraum aktiv zu erwachen. Unterbewusstsein, logisch.

Im dichten Nebel der Zerstörung und des enthemmten Wahnsinns, bemerke ich plötzlich eine kleine Gestalt. Ein kleines Mädchen. Als ich mich im Traum näher heran zoome, sehe ich, dass eine uralte Frau sie an der einen Hand hält, während ihre andere von einer großen Kriegerin gehalten wird. Das Mädchen sieht mir genau in die Augen, liebevoll, während rund herum die Welt verbrennt. Die Gesichter der Alten und der Kriegerin kann ich im dichten Nebel nicht erkennen, sie zeigen aber keinerlei Aggression in ihrer Körpersprache. Meine Augen blicken suchend umher. Suche nach anderen Menschen. Doch ich bin alleine. Alleine mit dem Mädchen, das mich liebevoll ansieht. Große Traurigkeit kommt in mir auf.

"Pa-iiik!", rufe ich im Traum, denn ich erkenne, dass es eine Botschaft ist. Wie ich das erkenne? Es ist kein Aufwachen möglich. Gleich, was ich versuche die Bilder bleiben, ich bleibe. Bin eins mit den Bildern geworden. "Wen rufst du in dieser argen dunklen Zeit?", höre ich die Stimme einer uralten Frau mich fragen zugleich erhebt die Alte ihre freie Hand und zeigt auf mich. "Den Beschützer", stammle ich, zumindest denke ich, dass ich das sage. Da kommt Bewegung in die freie Hand der Kriegerin, sie zeigt ebenfalls auf mich. Ihre Stimme geht im lauten Lachen des kleinen Mädchens unter, doch ich muss sie nicht hören, ich weiß was sie sagt "Wen rufst du in liebloser Zeit?". Mein Blick verliert sich im Gesicht des Mädchens, dicke Tränen laufen aus ihren Augen, tropfen auf ihren zum Grinsen verzerrten Mund. "Du weißt was das Feuer hier beenden kann?", hallt ihre Stimme in meinem Kopf. "Pa-iiik", denke ich zu flüstern. Sie löst ihre Hände von der Alten und der Kriegerin, die weiterhin auf mich zeigen. Mit beiden Händen deutet sie direkt auf mich. "Du bist Pa-iiik. Erkenne und vergiss es niemals wieder!". Dann beginnt der Boden zu beben, dichter Nebel zieht wieder auf und ich sehe nur helles Grau.

Schweißgebadet spuckt mich der Traum aus. Selbst das Bett ist schweißdurchtränkt. Das war kein normaler Albtraum, sage ich mir, während ich noch oben und unten sortiere, sehe ich den Zettel am Tisch.

"Vergiss niemals die Liebe", steht in seltsamen Runen darauf.

Bitte ihr auch nicht

© Tom C. Schopper