Guten Morgen 1-meine Lieben und ich

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Guten Morgen, heute bin ich aufgewacht und hatte das Lied im Kopf von Hubert von Goisern, "wia die Zeit vergeht". Es hat wirklich jede Zeit ihre Themen, in meiner Mutters Jugend sicher andere, als in meiner Zeit, doch davon später. Generationenübergreifend geht nur eine kurze Weile, solange man den Kindern noch die Welt erklärt und ihnen viele Wege aufzeigen kann, wohin die Reise gehen kann. Sind sie jedoch in Ihrem Liebes -und Arbeitsleben angekommen und haben sich einigermaßen eingerichtet, wird man mehr oder weniger gutmütig beobachtet, da wird gelispelt über partys hier und dort, Freunde, Reisen, Wochenenden, wenn man lange genug wartet, bis alle Jungen ausgeredet haben, dann darf man endlich etwas einwerfen, das einem schon lange unterm Nagel brennt, wann kommt ihr zu mir zu Pfingsten, Montag ja, super, die Alten kochen dann gerne für die Jungen, am allerliebsten kochen sie mit den Jungen zusammen, denn da wird auch noch ein wenig kommuniziert, wenn du alleine kochst und gekocht hast, hast du wenig Möglichkeiten, dich beim Essen mal ins Gespräch zu bringen, es plaudern alle 4 gleichzeitig fast und leise, wie versteh ich meine Mutter, die dann auch nur mehr liebend dabei gesessen ist, aber eigentlich vom Geschehen nichts mehr verstanden hat, weil zu leise und von ihrem Leben zu weit weg.

Aber wir Alten genießen die Anwesenheit unserer Jungen und lauschen andächtig Ihren Geschichten, wir versuchen ja selbst jeden Tag, den Anschluss nicht zu verlieren und uns unsere Jugend zu bewahren, weiter gewandt, flink und schnell zu sein. Mich zum Beispiel erfrischt Musik, fast jeder Stilrichtung, wenn ich ein livekonzert höre, fühle ich mich wieder jung und stark, sobald es die wehen Knie zulassen, tanze ich für mein Leben gerne. Das wäre doch ein Thema, fürs nächste Treffen.

Wir Alten fragen auch die Jungen gleich zu Beginn unserer Zusammenkunft, wie geht’s dir, manchmal bekommt man eine kurze Antwort -gut, zweite Frage, wie geht’s in der Arbeit voran, -gut, das erste Gut hat man dann gar nicht verstanden, weil Umfeld zu laut, man fragt nochmal---gut. So das wars dann mit der Kommunikation, selbst wird man erst gar nicht gefragt, man möchte sich einbringen, weiß aber nicht wie.

Man passt dann und wann aufs Enkerl auf, oh da leuchten dann die Augerl der Lieben, wenn sie ihre Lieblingsbeschäftigungen in ihrer Zeit verleben dürfen, dann wird man wieder gefragt, na wie wars, war er eh brav? Na siehst, geht doch….

© UlliKrawulli 03.07.2019