Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Ich war ein Kind wie jedes andere, nur wuchs ich auf einem Bauernhof auf. Andere Kinder hatten ein Haustier, ich hatte viele Kühe im Stall stehen.

Die ersten Sonnenstrahlen weckten mich jeden Morgen auf. Es war ein Samstag, das hieß, ich musste nicht in den doofen Kindergarten, sondern durfte mit meinem Vater in den Stall gehen. Schnell zog ich mir meine Sachen an und lief die Treppen runter zu meinem Vater, der schon ungeduldig auf mich wartete.

Zusammen schlüpften wir in unsere Gummistiefel. Auf diesen Moment freute ich mich die ganze Woche, denn ich liebte meine Gummistiefel über alles. Kleine, mit Pferden verzierte rosa Gummistiefel für fünfjährige Mädchen wie mich. Und dann ging es ab in den Stall, die Kühe melken. Ich half meinem Vater, wo es nur ging. 1,5 Stunden verbachten wir zusammen im Stall. Danach empfing uns meine Mama mit einem herrlich duftenden Frühstück. Ich setzte mich zum Tisch und fing schon an, mir mein Butterbrot zu schmieren. Völlig konzentriert auf mein Brot bekam ich nebenbei mit, wie meine Mama und mein Papa im Hintergrund tuschelten. Ihr müsst wissen, ich war schon immer ein neugieriges Kind und somit sprang ich auf und wollte mit meinen Eltern mitreden. Kaum war ich aber bei ihnen angekommen, verstummten sie. Mit großen traurigen Glubschaugen schaute ich meine Eltern an. Gleichzeitig begannen die zwei zu lachen und mein Vater nahm mich auf den Arm.

Leise flüsterte er mir ins Ohr: „Wenn du brav bist, werde ich dir etwas zeigen!“ Ich nickte heftig mit dem Kopf und setzte mich zum Tisch. Mit vollem Bauch wartete ich anschließend ungeduldig im Auto auf meine Mutter, die wieder einmal etwas vergessen hatte. Aber dann ging es los. Wir fuhren die Hofeinfahrt hinaus und bogen auf die Landstraße. Aber schon nach kurzer Zeit fuhren wir wieder ab in Richtung Oma. Völlig verwirrt schaute ich zu meinen Eltern. Als wir dann auch noch am Haus meiner Oma vorbeifuhren, war mein Latein am Ende. „Wo fahren wir hin? Ist es noch weit?“ Zwei einfache Fragen, aber keine wurde beantwortet. Wir kamen zu einem Hof und ich sah schon die ersten Pferde. Völlig aufgeregt hüpfte ich umher. Ein großer Mann kam aus dem Stall und gab meinen Eltern die Hand. Er schaute mich an, verstand meinen fragenden Blick und nahm mich bei der Hand. Wir gingen in eine Pferdebox. Kaum dort angekommen, war ich umzingelt von kleinen Berner Sennen Welpen. Nun verstand ich. Ich bekam einen Hund als Freund! Mein Blick war sofort auf die kleinste aus dem Wurf gerichtet.

Von da an waren Cora und ich ein wunderbares Team. Im stolzen Alter von zehn Jahren ging Cora dann von uns und ich musste mich schweren Herzens von meiner tierischen Freundin verabschieden.

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