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Entfaltung

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Entfaltung | story.one

Das Gartentor steht offen. Es lädt ein zum Hineingehen. Rechts ist der Garten abgegrenzt durch einen Zaun aus einzelnen Betonsäulen, die durch je zwei Holzbalken verbunden sind. Entlang des Zaunes führt eine Straße. Es sieht dort recht ruhig aus. Kein Auto und keine Menschen sind zu sehen. Gegenüber ist eine Häuserreihe zu erkennen.

Links ist der Garten ohne Begrenzung: Unbepflanzt, weit und frei.

Weit hinter dem Garten erkenne ich den Wald, unendliche viele verschiedene Grüntöne ineinander fließend. Am Himmel, Vögel, die diesen Platz von oben aus erkunden wollen. Direkt links neben dem Eingangstor steht ein mächtiger Baum. Groß und stark, fast majestätisch steht er da. Vielleicht als Bewacher, als Begrüßer, als Blickfang oder als Beschützer…. Seine Baumkrone zieht nach links zu diesem Ort, der noch frei und leer und, womöglich bereit für Neues ist.

Ich trete ein und vor mir, in der Mitte des Gartens, liegt ein kleiner See.

Fische, herrlich bunte, schwimmen vergnügt und ich spür, sie genießen ihr Dasein.

Rote, knallrote Parkbänke, laden ein zum Verweilen. Ich gehe den Kiesweg entlang und bewundere die Blumenpracht. Hier ein farbenfrohes Tulpenfeld und dort ein Meer von Sonnenblumen, dann wieder Sträucher und Zierstauden. Alles durftet und strotzt vor Lebensenergie. Ich setze mich auf einer dieser knalligen Bänke am See. Die Sonne spiegelt sich an der Oberfläche. Alles um mich herum glitzert und strahlt um die Wette.

Ich amte tief ein und schließe meine Augen. Nun schaue ich in mich hinein und ich sehe diese Blumenpracht, die Fülle, die Buntheit, die Sonne, den Regen und den Regenbogen. Er spannt sich über meinen Garten.

Ich öffne meine Augen und vor mir liegt dieses Bild, das ich einst, mit Anleitung von Maria, der Therapeutin, entstehen ließ.

Es ist mein Seelengarten, der da vor mir liegt in all seinen Fassetten.

Ich lächle und danke.

© Ursula Daum 16.09.2020

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