Wie ich eine Wohnung manifestierte

... und einen Praxisraum obendrauf bekam.

Ich wünsche mir eine neue Wohnung. Die unruhige Atmosphäre in der Innenstadt von Berlin-Kreuzberg belastet mich. Je häufiger ich meditiere, desto unwohler fühle ich mich, sobald ich aus dem Haus trete. Ich sehne mich nach mehr Grün, großen Bäumen, Wald und vor allem Wasser.

Das Schöne an Berlin: Die pralle Natur gibt es fast mitten in der Stadt. Doch die hat ihren Preis. Die Nähe zu Seen gibt es vor allem im luxuriösen Südwesten. Vor kurzem ist jedoch mein Einkommen durch die Frühpension auf die Hälfte geschrumpft. Freundinnen und Bekannte ziehen die Augenbrauen hoch. Eine günstige Wohnung in dieser Gegend? Unvorstellbar. Ein verwegener Wunsch!

Scheinbar objektive Zustände sind eine Sache. Meine Wirklichkeit ist eine andere. Ich lasse mich nicht beirren und bleibe weiterhin felsenfest überzeugt: Diese Wohnung gibt es. Ich glaube daran.

Wie wäre es mit einer Balance zwischen dem Unwahrscheinlichen und dem Möglichen? Ich träume nicht von einer 3-Zimmer-Wohnung für 400 €. Eineinhalb, ja sogar ein Zimmer ist ok, wenn die grüne Umgebung stimmt.

Ich formuliere meine innere Vision in einem Satz, dessen Worte und Zahlen die intensivste körperliche Resonanz hervorrufen. Darauf richte ich mich voll und ganz aus. Die stärksten Vibrationen entstehen bei der Vorstellung einer grünen Umgebung und der Nähe zum Wasser. Mehr nicht? Ob diese Intention wohl für die richtige Wohnung ausreicht?

Was ich damals noch nicht weiß: Der innere Drang entscheidet über die Verwirklichung. Intensität und Bedeutung sind die Kriterien, die eine Idee in die Raum-Zeit katapultieren. Das Bedeutsamste ist nicht die Größe der Wohnung.

Mit einer Freundin pendele ich spielerisch über dem Stadtplan. Das Ergebnis ist eine bestimmte Straße. Die Frequenz ist klar und deutlich.

Am nächsten Tag durchstöbere ich die Wohnungsangebote. Im Grunde energetisch logisch, und doch bin ich leicht schockiert, als ich tatsächlich zwei Wohnungen in der Nähe der ausgependelten Straße entdecke. Die Besichtigungen ergeben: Die erste ist bereits eine Überlegung wert. Die zweite ist der Treffer. Sie ist da: Eine kleine Wohnung im Grünen, mit Balkon, fußläufig zum See, zu einem sagenhaft günstigen Preis - und 500m vom gependelt Ort entfernt.

Unverhofft und nicht manifestiert, - was natürlich nicht stimmt, denn alle Menschen manifestieren ununterbrochen -, fällt als zusätzliches Leckerli ein ebenso günstiger Praxisraum, direkt um die Ecke, vom Himmel. Das war ein Treffer ins Schwarze. Ich bleibe fünf Jahre.

© Ursula Luisa Rieger