Wie ich das Auto Vanessa 1 manifestierte

Ursürünglich wollte ich nur einige Wochen in Neuseeland bleiben. Dann entschied ich mich für drei Monate. Damit katapultierte ich mich in die dringliche Situation, einen Campervan kaufen zu müssen. Miete ist teuer. Mein erster Autokauf in einem fremden Land. Oh weh. Ich muss aktivieren, was ich irgendwann einmal über das Manifestieren gelernt habe. Das erfordert Energieeinsatz. Will ich mir die Mühe machen? Der Van wartet in einer geistigen Wahrscheinlichkeit. Ich kann jetzt entscheiden, ob er den Weg in meine Wirklichkeit findet - oder vorbeifährt ...", sinniere ich.

Da sehe ich plötzlich in einem inneren Film, wie ein Van an mir vorbeifährt. "Das wäre schade! Das möchte ich nicht!" rufe ich, sehe mich aufstehen und winken. "Hierher!" Der Van stoppt und schaut mit einem wunderschönen Disney-Augenaufschlag zurück. Offenbar gefällt ihm, was er sieht. "Hier bin ich!" rufe ich lachend.

Das fängt ja gut an. Ich bin mitten drin. Die pulsierende Energie der Materie reagiert. Ich stelle die Linse schärfer. Wie genau sieht mein Van aus? Was ist am wichtigsten? Welche Energie spüre ich? Wo im Körper schwingt es? Welche Bilder und Worte entstehen aus der Schwingung? Wie fühlt sich die Resonanz mit meinem Van an?"

Wieder erscheint vor meinem inneren Auge der kleine Camperbus, preisgünstig und verlässlich. Meine Körper-Zellen signalisieren ein deutliches Ja. Das Bild ist noch etwas unscharf.

Ich schreibe und skizziere. Es kommt wenig Konkretes. Macht nichts. Details sind nicht der entscheidende Faktor. Fest steht, dass der Kühlschrank oder die Mikrowelle ohne Bedeutung sind. Das mit Abstand Wichtigste an diesem Van ist ein Meditationsplatz. Dazu gibt es die eindeutigste Schwingung. Punkt.

Auf dem Campingplatz angekommen, steht direkt neben meinem Stellplatz ein sehr alter, kleiner Camperbus. Fasziniert und etwas ungläubig erblicke ich Plastikblumen-Girlanden hinter der Frontscheibe. Ein Hippie-Auto. Mein Herz geht auf. Ja, genau so einen Van hätte ich gerne! Ein Gefährt zum Verlieben, klein, fein, schnuckelig, allerliebst. Sollte sich meine Manifestierung so schnell verwirklichen? Kaum zu glauben.

Ich komme mit dem Besitzer ins Gespräch. „Morgen gehe ich auf den Automarkt“, erzähle ich und traue meinen Ohren nicht, als ich höre: "Ich auch“. Der Van ist zu verkaufen.

Ich besichtige und fahre zur Probe: Seit 1984 ist dieses Fahrzeug auf den Straßen Neuseelands unterwegs. Die Schaltung ist trickreich, aber es scheint alles zu funktionieren. Die Ausstattung ist minimal, aber ausreichend und bietet - welch nicht verwundernswertes Wunder! - einen wunderbaren Meditationsplatz! Ich fühle mich wie im Rausch. Es ist mein Van!

Ich verhandle, kaufe und taufe den Van auf den Namen Vanessa. Vanessa erweist sich als eine tapfere und verlässliche Freundin! Drei Monate später wird sie sich aktiv an ihrem erfolgreichen Wiederverkauf beteiligen.

© Ursula Luisa Rieger