Meine erste schamanische Reise zur Seele

Es geschah im Jahr 2001. Ich lernte schamanisch zu reisen. Voller Vorfreude erwartete ich, andere Welten zu entdecken. Die Reise sollte in die "Obere Welt" gehen. Der gleichförmige Trommelrhythmus erklang.

Aus dem Geäst eines Baumes schwebte ich empor. Sofort stand mir ein Engel gegenüber: "Gabriel", antwortete er auf meine Frage, wer er sei.

Gleichzeitig sah ich mich selbst, „nur“ bestehend aus einem inneren, zentralen Licht. Ohne Körper. Ein unvergleichliches Gefühl.

"Deine Seele ist ein kleines Licht,“ hörte ich.

„Das ist, was ich bin“, dachte ich noch, bevor sich mein irdisches Pflichtgefühl meldete: Die 20-minütige Reise musste gleich zu Ende sein, stellte ich erschrocken fest.

"Ohne Körper kann ich nicht zurück auf die Erde“, sagte ich.

Wie ein Mantel wurde mir mein Körper umgehängt. In diesem Moment war die Reise zu Ende.

Ich kehrte zurück und freute mich wie ein kleines Kind: „Ich habe meine Seele gesehen.“

© Ursula Luisa Rieger