Reise zu den Körperzellen

Unzweifelhaft gibt Aufmerksamkeit und Liebe Kraft. Das gilt für alles. Es gilt sogar für scheinbar unbelebte Materie. Doch das nur nebenbei. Nun geht es um den Körper und seine Zellen. Und der Körper ist weder eine Maschine, noch sind seine Zellen das Rädchen im Getriebe. Alles daran ist höchst lebendig, um nicht zu sagen „bewusst“. Jede winzige Zelle reagiert auf Zuwendung. Und weil die Zelle die Zeit nicht kennt, reagiert sie sofort.

Immer mal wieder besuche ich meine Körperzellen, um zu schauen, wie es ihnen geht. Was mache ich?

Ich mache es mir gemütlich und projiziere mich in meinen Körper. Langsam wandere ich durch ihn hindurch und stelle mir vor, an allen Zellen vorbeizugehen, schreite wie eine Königin an ihnen vorbei zu schreiten, sie zu grüßen, zu segnen und ihnen meine Herzensenergie zu senden.

Die Zellen lachen, freuen sich, winken. Wir alle genießen die Jubelstimmung.

Sie zeigen sich in unterschiedlichen symbolischen Gestalten, Formen, Farben, denn letztendlich ist es mein Gehirn, das aus den seelischen Impulsen etwas kreiert, das es versteht.

Manchmal spüre ich, dass Zellen schon im Verschwinden begriffen sind und bald gehen werden. Ich schicke ihnen meinen Dank. Gleichzeitig bereiten sich neue Zellen auf ihre Ankunft vor, auf ihre Geburt. Seit einiger Zeit achte ich besonders auf die Neuankömmlinge und schmücke für sie einen Landeplatz.

Manchmal komme ich allerdings auch an Zellen vorbei, die traurig oder bedrückt, geschwächt oder verletzt wirken. Dann überlasse ich mich meinen inneren Impulse. Vielleicht berühre ich sie. Vielleicht frage ich behutsam, ob ich helfen kann. Vielleicht bitte sie, mir etwas von ihrem Schmerz oder ihrer Schwäche zu zeigen. Ich versichere ihnen, alles zu tun, was ihnen hilft. Und meist empfange ich erstaunliche Mitteilungen.

Dabei fühle mich manchmal wie eine Zell-Gärtnerin. Wie Pflanzen wachsen und gedeihen meine Zellen, wenn ich sie hege und pflege. Ich tanze mit ihrer Freude. Ihre Dankbarkeit berührt mich tief.

Zellen wissen, dass sie kommen und gehen und in ihrer Energie trotzdem bleiben. Zellen haben keine Angst und keine Sorgen. Sie leben im Jetzt und haben nichts anderes im Sinn, als aus allem das Beste zu machen. Sie erkennen die Gefahren früher und umfassender als mein Intellekt und bemühen sich ununterbrochen, aus meinen verqueren und schrägen Gedanken und Einstellungen den optimalen Zukunftsentwurf zu erstellen. Mit diesem Wissen bin ich ihnen so überquellend dankbar, dass es mir eine besondere Ehre ist, sie zu besuchen und ihr Wirken zu preisen. Es ist immer ein großes Fest.

© Ursula Luisa Rieger