Andi erzählt ...

Andi erzählt: Ich war 20 Jahre verheiratet und größtenteils glücklich in dieser Beziehung, als mich meine Frau wegen eines anderen verließ.

Als wir uns kennenlernten, war ich 21 und sie süße 17, sie war ein wunderschönes, dunkelhaariges Mädchen. Sie gefiel mir sofort und ich plauderte mit ihr, allerdings hatte sie ein Date mit einem anderen. Da sagte ich zu ihr: „Wenn du dich jetzt mit dem anderen Burschen triffst, dann siehst du mich nie wieder.“ Sie entschied sich damals für mich.

Gemeinsam zogen wir unseren Sohn auf und ich baute ein Haus für uns drei. Als unser Sohn 4 Jahre alt war, ging sie das erste Mal fremd. Ich kämpfte um die Beziehung, suchte nach dem Nebenbuhler und erklärte ihm, er solle meine Frau in Ruhe lassen, da er sonst eine Familie zerstören würde. Lange Zeit ging es gut und ich schöpfte keinen Verdacht, doch eines Tages erklärte sie mir, dass es für sie nicht mehr passe und sie die Scheidung wolle.

Ich war am Boden zerstört, da es mich unvorbereitet traf – ich zog aus, der Junge ging mit mir, der zum damaligen Zeitpunkt große Probleme machte in seiner pubertären Phase. Sie heiratete 2 Jahre später wieder und blieb in unserem Haus.

In der schlimmsten Phase nach der Trennung nahm ich eine Therapie in Anspruch, erkannte aber bald, wo die Werte meines Lebens lagen und beendete die Therapie wieder. Langsam ging es wieder aufwärts mit mir, eine Handvoll guter Freunde stand mir zur Seite, obwohl ich mich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen hatte.

Bald lernte ich die eine oder andere Frau kennen, aber es wurde nichts Ernsthaftes daraus. Mit den Damen hatte ich wenig Glück, die eine wollte alles von mir finanziert haben, die andere wohnte viel zu weit weg, die dritte hatte selbst gerade eine Scheidung hinter sich und wollte sich so schnell nicht wieder binden. So ging es dahin, obwohl ich mich nach einer neuen Beziehung sehnte.

Einmal verliebte ich mich in eine Frau, die in der Nähe wohnte und auch großes Interesse an mir zeigte. Doch sie lebte in einer Lebensgemeinschaft, obwohl ihre Beziehung mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander geworden war und sie nicht glücklich war in der Partnerschaft. Ich wollte nicht in diese Familie eindringen, zu sehr erinnerte es mich an meine eigene Situation vor ein paar Jahren, als ein anderer Mann in meine Familie eindrang und für mich alles zerstörte. Da ich nicht genauso handeln wollte, zog ich mich zurück und meldete mich nicht mehr bei jener Frau. Später erfuhr ich, wie sehr ich ihr damit wehgetan hatte, ich hätte zumindest meine Vorgehensweise erklären sollen statt mich einfach nicht mehr zu melden. Das war eine unreife Aktion von mir, diesen Fehler werde ich nicht mehr machen.

Jetzt lebe ich allein, der Sohn hat mittlerweile seine Ausbildung beendet, eine liebe Freundin gefunden und ist ausgezogen; zu der Exfrau habe ich keinen Kontakt mehr; die diversen Liebschaften haben sich wieder verloren. Werde ich noch einmal in meinem Leben „die Richtige“ kennenlernen?

© Victoria