Der Top-Rhetoriker

Ich erfuhr, dass Matthias in Linz eine Lesung halten würde, um sein neuestes Buch zu präsentieren. Da er bei story.one mitmischt, wurde ich neugierig auf ihn und besuchte die Lesung. Außerdem dachte ich mir, wer weiß, vielleicht entdecke ich sogar noch andere story.one-Autoren oder sogar einen der Erstgründer Martin oder Hannes. Neugierig war ich ja schon immer.

So stiefelte ich Montag Abend die Linzer Landstraße entlang und betrat den bekannten Buchladen. Obwohl ich rechtzeitig dort ankam, waren bereits alle Sitzplätze besetzt. Das hätte ich mir denken können, immerhin ist Matthias aus seiner politischen Aktivzeit sehr bekannt und da kamen wohl noch mehr Neugierige außer mir. „Ach hätte ich mir doch bequemere Schuhe angezogen“ war mein erster Gedanke, aber da musste ich nun durch. Ich suchte mir hinter den Stuhlreihen ein Plätzchen, wo ich gut nach vorne zum Leserpult sah und trotzdem niemand den Weg verstellte. Hinter mir stand ein sehr großer Mann, der überragte mich um beinahe eine Kopfgröße, für ihn stellte ich demnach kein Hindernis dar.

Geduldig wartete ich, bis Matthias mit seiner Buchpräsentation begann und ich muss sagen, die Geduld (und die schmerzenden Füße) haben sich ausgezahlt. Er ist ein perfekter Redner mit Charme und Humor, ein Bomben-Rhetoriker – da war er in der Politik an vorderster Front sicher perfekt gereiht, denn er bringt seine Ideen und Überlegungen sehr lebhaft, lustig und überzeugend ans Publikum. Was auch immer seine Wertvorstellungen sind – er besitzt die Gabe, diese interessant und glaubhaft an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.

Er gewährte ein paar Einblicke ins Buch, verriet aber nicht zu viel davon, damit man neugierig bleiben konnte, sondern erzählte lieber Details aus seinem Leben, die am Rande mit seinem Buch in Zusammenhang standen. Es war ein interessanter und kurzweiliger Abend, wo auch der Humor nicht zu kurz kam. Leider durften abschließend nur 2 Fragen gestellt werden, da blieben sicher noch einige Fragen offen.

Während ich schon nach meiner Regenjacke kramte, um als eine der ersten das Gebäude verlassen zu können und nicht in den „Menschenstau“ zu geraten, fiel mir der große, dunkelhaarige Mann wieder ein, der die längste Zeit hinter mir an der Wand gelehnt hatte – ob das Martin war? Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht auszuschließen! Tja, vielleicht erfahre ich es irgendwann …

© Victoria