Cooles Leben?

Sie war jung, hübsch, schlank und sportlich – gerade mal 16 Jahre alt. Aber sie war sehr unzufrieden mit ihrem Leben und ihrem Schulalltag; alles verlief so langweilig, so durchschnittlich, so normal – sie hasste das.

Doch dann lernte sie eine sehr coole Clique kennen und verliebte sich gleich in einen von diesen lässigen Typen – er war 10 Jahre älter als sie, unangepasst, lange Haare, sich an keine Normen haltend, auf die Gesellschaft spuckend – sie war fasziniert von ihm und der ganzen Gruppe.

Sie schloss sich ihnen an, dass hier verschiedene Drogen ausprobiert wurden, störte sie nicht. Jeder gab ihr freiwillig etwas zum Probieren und sie machte neue Erfahrungen, das Leben wurde spannend für sie. Es gab kein finanzielles Problem in dieser Zeit, denn sie bekam die Drogen gratis. Die Schule interessierte sie nicht mehr; das konservative, nach üblichen Normen lebende Elternhaus fand sie abstoßend. Sie brach die Schule ab, zog zu ihrem neuen Freund und verbrachte die Zeit bei und mit ihm.

Als die Eltern sie aus dieser Clique rausholen wollten, stießen sie auf taube Ohren. Das Otto-Normalverbraucher-Leben juckte sie überhaupt nicht mehr. Diese spannende Zeit hielt nicht lange an, die Drogen wurden knapp, die Gruppenmitglieder nahmen irgendwelche Gelegenheitsjobs an, um wieder zu Geld zu gelangen, auch Marlene – unsere hübsche Neueinsteigerin musste mithelfen und jobben, damit neue Drogen angeschafft werden konnten. Sie geriet in einen Strudel, der Drogenkonsum beherrschte ihren Alltag, die Nebenwirkungen bzw. Nachwirkungen der Drogen waren alles andere als erfreulich. Als schließlich ihr „Freund“ sie auf den Strich schicken wollte, damit sie zu mehr Geld gelangten, war bei ihr eine Grenze erreicht.

Sie erkannte, dass er sie nicht wirklich liebte und trennte sich von ihm, ging zurück zu ihren Eltern, machte einen Entzug und eine Therapie und wollte eine neue Ausbildung beginnen – ihre Eltern fingen sie auf und unterstützten sie.

Der Absprung schien geschafft …

© Victoria