Mein langer Weg zum Schreiben

Vor knapp 7 Jahren, nach der Geburt meiner Tochter, begann ich ein Buch zu schreiben. Inspiriert durch meinen Mann, der auch ein Buch schrieb, es aber nie zu Ende brachte, enstand in mir der Gedanke. „Ich mach das auch. Und meines wird fertig!" Diszipliniert saß ich Abend für Abend, nachdem mein Töchterlein schlief, am PC und schrieb. Tagsüber fand ich leider neben dem Baby nie Zeit dazu.

Das Buch wuchs Seite um Seite und es machte mir große Freude. Es sollte eine Geschichte werden über unser hektisches Alltagsleben. Der Arbeitstitel lautete „Sind wir denn alle wahnsinnig geworden? Die Kunst bei sich selbst anzukommen und nicht mehr davon zu laufen“. Am Ende wollte ich meine Erfahrungen sowie mein Wissen aus zahlreichen Ausbildungen einfließen lassen und dem Leser mögliche Lösungswege mitgeben. Doch dazu kam es leider nicht. Denn nach etwa 40 Seiten war Schluss!

Ich hatte mich in meiner Geschichte so verrannt, dass ich keine Muße mehr hatte, daran weiter zu schreiben. Immer wieder versuchte ich mich, aufzuraffen und weiterzumachen, doch bis zum heutigen Tag gelang es mir nicht, auch nur eine Seite zu schreiben. Die größte Hürde war der Glaube, dass ein Buch mindestens 150 -200 Seiten umfassen müsste. Und das war mir schlichtweg zu viel.

Später kam mir die Idee, dass es auch ein kürzeres Buch sein könnte. Ich erinnerte mich an ein Buch, das ich mal gelesen und das einen großen Eindruck hinterlassen hatte „The lemming dilemma“. Ein kleines Bilderbuch mit wenig Text, mit netten Illustrationen, das den Weg der Lemminge stellvertretend für die Menschen, beschreibt. Ich setzte mich also wieder an den Computer und begann zu schreiben. Diesmal waren es nur Überschriften, einzelne Kapitel, die ich später mit Inhalt füllen wollte. Der Titel lautete diesmal „Ich kann so viel - ich muss es nur tun“. Auch hier blieb es leider nur beim Entwurf.

Losgelassen hatte mich der Wunsch zu schreiben nie. Mir war immer klar "zum Schreiben braucht man viel Zeit und die hatte ich leider nicht".

Aktuell wurde dieses Thema wieder vor knapp 2 Monaten bei einem Vortrag, wo es darum ging, dass wir Frauen häufig unser Licht unter einen Scheffel stellen, dass wir gelernt haben, bescheiden zu sein und oft im Hintergrund arbeiten, während Männer im Rampenlicht stehen. Auch ich kenne das nur zu gut und erinnerte mich wieder an meine Zeilen „Ich kann so viel – ich muss es nur tun“. Die Frage war nur, WIE?

Mein Mann kannte meinen Wunsch und hatte mir deshalb vor Monaten schon mal die Seite von Story.One gezeigt und gemeint, ich solle doch hier schreiben. Ich besuchte die Internet-Seite, ließ es aber, da mir das Konzept nicht ganz klar war. Doch siehe da, nicht umsonst heißt es „wenn´s sein soll, kommt es wieder“ und so ergab es sich zufällig, dass ich Hannes Steiner und Martin Blank in einem persönlichen Vortrag hörte, wie sie ihr Tool vorstellten. Punktlandung! Das ist es. Und jetzt nimmt alles seinen Lauf und wenn ihr wollt, könnt ihr bald mehr Geschichten von mir lesen.

© Von-Herz-zu-Herz