Vorwort

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Vorwort | story.one

Was einmal ein Buch werden soll – oder könnte, braucht ein Vorwort. Vorworte, die mir in Büchern untergekommen sind, sind oft mehr als eine Seite lang. Es heißt aber "Vorwort". Das heißt: EIN Wort.

Wenn ich also all meine Motive, die mich bewegen, meine Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken und Emotionen zu Papier oder genauer: zu Datei zu bringen, auf ein Wort reduzieren müsste, bliebe nur ein einziges Vorwort übrig: "Scheiß-Technik".

Jetzt bin ich ja einer, der nach dem zweiten Weltkrieg geboren und mit zunehmender Technik groß geworden ist. Einer, der sich von Berufs wegen mit Computern befasst hat, zu einer Zeit, wo viele Gleichaltrige zwar wussten, wie man das Wort Computer schreibt, aber nicht, was man damit anfangen kann, auch, weil man sie sich noch nicht leisten konnte.

Und heute leben wir in einer Zeit, wo wir keine Mobiltelefone mehr haben, sondern Smartphones, die in ihrer Computerleistung vieles von dem übertreffen, was zu meiner beruflichen Zeit als Sensation gegolten hätte. Und anders als noch vor wenigen Jahren spielt es keine Rolle, wer das kleinste Gerät, sondern nur mehr, wer das neueste hat.

Vor gar nicht allzu vielen Jahren hat Steve Jobs das IPAD als ersten Tablet-Computer präsentiert und offen zugegeben, dass er noch keine Ahnung hat, was man damit machen wird oder könnte. Und heute sind diese Tablet-Computer schon dabei, den Laptops den Rang abzulaufen.

Dank Internet und billiger Technik wird heute alles mit jedem verbunden und vernetzt, ob es Sinn hat oder nicht. Simple Fotoapparate haben heute WLAN und GPS und Kühlschränke können erkennen, wann die Milch zu Ende geht und neu beschafft werden muss. Die Systeme werden immer komplexer und unüberschaubarer. Damit werden die daraus resultierenden Überraschungen häufiger und folgenschwerer.

Wieweit das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden. Technik und Markt geben uns eine ganze Reihe von Antworten auf Fragen, die wahrscheinlich niemand gestellt hat oder stellen könnte. Ich für meinen Teil bin bei Oliver Hassencamp, einem deutschen Autor und Philosophen fündig geworden:

"Es ist nicht alles ein Fortschritt, was ein Fortschritt ist" und "Einmal kein Fortschritt, das wäre einer!"

© Walter Lepuschitz 05.04.2020