Endlich Urlaub in Italien

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Endlich Urlaub in Italien | story.one

Hans und Anni haben sich so gefreut. Endlich konnten sie auf Urlaub fahren. Endlich einmal nach Italien. Nach Lignano.

Sie haben ein Haus gebaut und Kinder aufgezogen, jetzt musste der lang ersehnte Urlaub her.

Ab ins Reisebüro und sie buchen eine Woche Lignano. Ein nettes Zweisternehotel, Zimmer mit Balkon, leider ohne Pool aber mit Blick auf den Parkplatz. Sie wollten eh lieber im Meer baden und Hans hatte seinen VW sowieso lieber im Blick weil die Nachbarn hatten ihn immer gewarnt, dass man in Italien auf seine Sachen aufpassen sollte. „Die stehlen wie die Raben“ mussten sie sich immer wieder anhören.

Die Begeisterung war groß und somit machten sie sich auf den Weg. Mit dem alten VW-Käfer ging’s Richtung italienischer Küste.

Durchgeschwitzt kommen sie an, beziehen das Zimmer und freuen sich einfach auf eine schöne Woche.

Sie genießen die Tage bei herrlichem Sonnenschein und Pizza. Auch ein Lambrusco durfte zu so manchem Essen nicht fehlen. Und so vergehen einfach schöne Tage. Sie kamen sich auch wieder näher.

Wie das halt so ist, endet auch eine schöne Woche viel zu schnell.

Sie packen und zahlen die Unterkunft, sie nutzen noch den Tag und fahren mit ihrem VW zum Strand, stellen ihn an der langen Promenade ab, ziehen sich gleich um und lassen ihre Klamotten im Auto. Dann spazieren gleich in Badekleidung zum Sandstrand.

Nachdem noch Urlaubsgeld übrig ist, gönnen sie sich ein Tretboot für ein paar Stunden und fahren vergnügt durch die Wellen.

Langsam wurde es Zeit zur Heimreise und sie gingen zurück zum Auto. Nur leider konnten sie es nicht finden. Hans wusste genau, wo der VW steht. Am Strandeingang Nummer sieben. Der VW ist aber nicht mehr da. Gestohlen, klar. Diese Italiener. "Diese Itaker", wurde er einige male laut.

Man musste zur Polizei. In Badekleidung. Die beiden schilderten aufgeregt den sicheren Diebstahl, die Carabinieri waren höflich aber anteillos. Sie nahmen die Sachlage auf und das wars fürs Erste. Sie wollten der Sache nachgehen.

Nun standen die beiden da, in Ihrer Badekleidung und wussten nicht mehr weiter. Lediglich das Geldbörsl und die Hausschlüssel hatte Hans noch dabei, das wird auch Ihre Rettung. Sie kleiden sich in Strandnähe in einer einfachen Boutique mit Klamotten ein. Shirt und Short reichen.

Nach vielem Hin und Her was zu tun ist entscheiden sie sich für die Heimreise mit der Bahn, was von Lignano aus gar nicht so einfach ist.

Genervt und traurig, weil der schöne VW weg ist und der lang ersehnte Urlaub letztlich ein glatter Reinfall war kommen sie am nächsten Tag zuhause an. Schon beim Eintritt ins Haus läutet das Telefon. Es ist die Polizei aus Lignano. In gebrochenen deutsch sagt der Carabinieri: „ Signori, ihre Auto steht bei Strandeingang neun“.

© Wolfgang H. Wieshofer