skip to main content

Wie alles begann

  • 12

Als Kind und Jugendlicher habe ich in den Ferien neben vielen anderen praktischen Dingen Schweißen und Traktorfahren gelernt, während andere meines Alters wahrscheinlich noch in die Windeln gepfeffert oder in Lignano Sandburgen gebaut haben. Ich war zu dieser Zeit somit recht wenig in der Welt unterwegs, aber das ist und war nie ein Problem für mich. Allerdings habe ich mich recht bald emanzipiert. Mit 16 den Kleinmotorrad- und den Traktorführerschein gemacht, lag mir die Welt zu Füßen. Mit Freunden gemeinsam die Welt erkundet, soweit sie mit dem Zweirad erreichbar war, bin ich das eine oder andere Mal auch mit dem Traktor zum Fest oder in die Schule gefahren, wenn das Wetter mal nicht so mitgespielt hat.

Schon als Kleinkind wollte mich die Natur wohl schnell wieder loswerden und hat mich mit allerlei Kinderkrankheiten gesegnet und für viele Krankenhausaufenthalte gesorgt. Meine Taufpatin hatte damals mehr oder weniger ein Dauerabo mich ins Krankenhaus zu fahren, wenn meine Eltern ein oder vielleicht zweimal im Jahr ihren wohlverdienten Ausflug mit der Feuerwehr oder anderen Vereinen machten. Eine Salmonellenvergiftung oder aber auch eine Sense im Unterschenkel waren zwei der Highlights aus dieser Phase. Vielleicht haben mich diese Szenen meines Lebens mit einer, wie ich finde, recht hohen Zähigkeit und Frustrationstoleranz ausgestattet, die ich bei manchen der folgenden Kapitel sehr gut gebrauchen konnte.

Im niedrigen Volksschulalter, oder vielleicht noch jünger, war ich einmal mit meinen Eltern im Wald. Ich hatte wohl nach ein paar Stunden Holzarbeit, bzw. viel mehr dem Zuschauen, wohl keinen Bock mehr darauf und habe mich verdünnisiert, d.h. auf den Weg nachhause gemacht. Das war dann doch etwas mehr als ein Kilometer und hat meinen Eltern einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Gemeinsam mit meiner Taufpatin, die wiederum etwa einen Kilometer weiter weg wohnte, haben sie sich auf die Suche gemacht, um mich einige Zeit später zuhause vorzufinden. Ich bin wohl alleine heim spaziert. Ich hatte wohl damals schon eine ausgeprägte Eigenständigkeit, große Reiselust und einen sehr guten Orientierungssinn. Ich habe diese Geschichte sowohl von meinen Eltern als auch meiner Taufpatin so oft gehört, dass ich nicht weiß, ob ich eigene Erinnerung daran habe oder ich den Sachverhalt nur aus Erzählungen kenne.

Die erste große Reise machte ich dann mit 17 Jahren anno 1998. Ich bin mit meinem Schulfreund Klaus nach New York geflogen. Die USA waren nach Deutschland das erste zweite Ausland, das ich betreten hatte.

© Christoph Malzer 2022-12-27

Comments

No comments yet.

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.