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#illusion#truth#words

Leerheit

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Leerheit | story.one

Probleme lösen sich auf, wenn mir bewusst ist, dass ich in einer Illusion lebe, dachte Rosemarie.

Leerheit als Begriff ist also ein Wort des bewussten Nichtwissens und entspricht der Realität, der Wirklichkeit?

Der Klang dieses Wortes breitet sich aus, ebenso wie die Meditationsmusik als wahrnehmbarer Klangfarbe eines herbstlichen Morgens.

Ich höre Musik und lasse mich mit all meinen Gefühlen darauf ein. Ganz bei sich sein und sich hingebend in diesem Moment. Der Augenblick des Jetzt in seiner Vielfältigkeit konzentriert sich auf das Fest der Sinne.

Der Formenreichtum, besser ausgedrückt eine Lebendigkeit, ist es, die den Moment intensiv spüren lässt. Und doch entspringt er einer Leerheit, einer Losgelöstheit aus der Erinnung an Vergangenes, sowohl Erlebtes als auch nur Gedachtes. Nur jetzt! Spüren, Hören, Riechen, manchmal auch Schmecken, nur sein im Augenblick, wunderschön!!!

Das Empfinden dieses Glücks als Einstieg in den neuen Tag. In Harmonie mit sich selbst zu sein, dieses Glücksempfinden zu teilen. Vielleicht mit Dir…

Betrachte ich mich nun als Gefäß, im Moment als Glücksgefäß sozusagen, hat wohl die erlebte Fülle nur Platz in ihrer Leere?

Wieder so eine Weisheit, die zum Einüben in das Alltagsleben so seinen Einzug findet! Meditierend schreite ich in diesen wunderschönen Tag. Von Nietzsches Morgenröte, bis zur „Bitteren Neige“, Johannes Mario Simmels Roman. Wie auch immer und was auch immer dieser Tag so in sich birgt: " Funktioniert nicht so einfach mit der Leerheit, wie sich beim Schreiben so zeigt, weil sich noch oft irgendwelche Gedanken, die sich gerade jetzt einschleichen. Unaufgefordert nebenbei bemerkt. Nietzsche und Simmel standen gar nicht am Programm!!!

Nun, gedanklich gelöst von Nietzsche, scheint eine gewisse Leerheit der eigenen Ideenwelt beim Kontakt, beispielsweise beim Zuhören hilfreich zu sein, weil diese den Raum für Verständnis erst möglich macht. (Übrigens, wenn der Schrank voll ist, sorgen Neuzugänge doch nur mehr für Unordnung? Anderes Thema, doch nicht unpassend, oder doch?)

Und genau in dieser Leerheit liegt möglicherweise der Schlüssel für Achtsamkeit im Miteinander, die beim Zuhören beginnt.

Bereits im Klang der Worte beginnt das aufmerksame Anteilnehmen. Du begegnest deinem Gegenüber, lässt individuelle Gedankenwelten verblassen und bist in einer wertfreien Teilnahme des Augenblicks, gedanklich leer und offen für die Erfüllung des Seins, des miteinanderseins liebe Rosemarie.

© Rosemarie 2021-09-22

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