Delfine

Roswitha Springschitz

von Roswitha Springschitz

Story


Am folgenden Morgen erwachten Florentina und David herrlich ausgeruht und entspannt und gut gelaunt. Die Morgensonne schien in ihr Zimmer und vor dem Fenster leuchteten die Blätter des Ahornbaumes grüngolden. „Ich hab so etwas Schönes geträumt, heute Nacht, Florentina!“, sagte David. „Echt? Ich nämlich auch!“, erwiderte Florentina. „Erzähl!“ – „Nein, du zuerst!“ – „Nein du!“ – „Es war … wie auf unserer Reise in den Süden … wir alle waren mit diesem Boot weit draußen im Meer unterwegs …“, begann David. – „Das gibt’s nicht: Ich hab‘ genau dasselbe geträumt! Von unserer Delfintour hab‘ ich geträumt.“, unterbrach ihn Florentina. – „Ich eben auch!“, sagte David. Ungläubig schauten sich die beiden an.


Während ihrer Reise in den Süden hatten sie mit ihrer Truppe ein ganz besonderes Erlebnis gehabt: Sie waren eingeladen worden, eine Delfinbeobachtungstour in einem Meeresschutzgebiet zu unternehmen, in einem schmalen, grauen Schlauchboot. Längere Zeit waren sie über Wellen gehopst und hatten die weite Meeresfläche durchpflügt – einmal in der einen Richtung, dann in einer anderen. Alle hatten Ausschau gehalten, nach Delfinen, aber keine erspät. Und dann, als sie schon fast die Hoffnung aufgeben hatten, waren sehr viele Delfine unweit des Bootes sichtbar geworden und sie hatten gesehen, wie diese in Gruppen oder zu zweit auf- und abtauchten, immer wieder; wie ihr Ausatmen durch ihr Atemloch sichtbar wurde, mit einem zischenden Geräusch, wie sie sich ganz synchron miteinander durch die Wellen bewegten: wunderschön anzusehen! Und, sogar: Wie sie aus den Wollen hoch in die Luft sprangen! Ein sehr freudiges und bewegendes Erlebnis war das gewesen, für sie alle.


„Mein Traum war so schön!“, setzte nun David fort. „Denn die Delfine waren ganz nahe bei unserem Boot, man hätte sie direkt mit der Hand berühren können …“ – „Gibt es das, dass wir beide genau denselben Traum hatten? Gibt es so etwas?“, fragte Florentina. „Ich bilde mir ein, ich hab‘ sie im Traum sogar berührt. Und ihre Haut war glatt, weich und hat sich sehr angenehm angefühlt.“


„Wenn wir wirklich beide dasselbe geträumt haben, dann hat das eine Bedeutung!“, meinte David nachdenklich. „Der Traum will uns etwas sagen.“ — „Genau!“, stimmte Florentina zu und nickte. Danach schwiegen sie beide, weil sie nachdachten, was dieser Traum nun wohl bedeuten könnte …




© Roswitha Springschitz 2025-12-14

Genres
Romane & Erzählungen
Stimmung
Abenteuerlich, Emotional, Informativ, Inspirierend, Reflektierend
Hashtags