Ein Pinguin ging zum Ufer des Eismeeres. Da! Plötzlich eine bunte Flosse! Und da! Schon wieder! Plötzlich ist da eine Meerjungfrau und sagt: „Hallo, ich heiße Hilda!“
„Oh!“, sagte der Pinguin. „Toll! Ich habe noch nie eine Meerjungfrau gesehen!“ – „Ja, von uns Eis-Meerjungfrauen gibt es auch nicht so viele, leider. Ich bin oft alleine unterwegs. Darum freu‘ ich mich besonders, dich kennenzulernen! Wie heißt du? Vielleicht Pingo?“ – „Genau!“, nickte Pingo. Er besah sich das in den Regenbogenfarben schillernde Gewand von Hilda und stellte fest, dass sie am unteren Teil ihres Schwanzes einen dicken Verband trug.
„Was ist denn passiert?“, fragte Pingo. „Du meinst, was mit meiner Flosse passiert ist?“ – „Ja!“, sagte Pingo. „Ach so … Ein Eisbär hat mich an der Flosse gekratzt. Er hat geglaubt, ich bin ein Fisch, den er fangen kann! Da bin ich, so schnell ich konnte, nach Hause geschwommen.“
„Das gibt’s doch gar nicht!“, meinte Pingo. „Bei uns gibt’s doch keine Eisbären! Das musst du geträumt haben! Aber erzähl‘ mir doch von deinem Zuhause! Wo ist es und wie sieht es dort aus?“
„Ich hab‘ aber gehört, dass ein Eisbärenpaar versuchsweise zu uns gebracht wurde!“, meinte Hilda bestimmt.
„Oh wie schrecklich!“, rief Pingo. „Dann sind wir Pinguine ja jetzt in großer Gefahr!“ – „Stimmt, leider!“, sagte Hilda. „Wir alle sind in Gefahr! Magst du jetzt gleich zu mir kommen, in meine Wohnung? Ich würde sie dir gerne zeigen. Und dort können wir in Ruhe weiter reden.“
Dann schwamm Hilda voraus, zu ihrem Zuhause. Als sie vor Hildas Wohnung angekommen waren, fragte Pingo. „Wo ist hier, bitte sehr, der Eingang?“ Hilda antwortete: „Na ja, der ist natürlich versteckt! Sonst könnten mich meine Feinde zu leicht finden.“ Pingo fragte daraufhin: „Welche Feinde hast du sonst?“
„Menschen; nicht alle, aber manche. Die wollen mich fangen und irgendwo in ein Aquarium stecken.“ – „Oh!“, sagte Pingo. „Schlimm!“ Gemeinsam mit Hilda schwamm er nun in deren Wohnzimmer. Es leuchtete in einem wunderschönen Eisblau und Pingo fühlte sich sogleich wohl. Er nahm auf einer an der Wand befindlichen Bänke Platz und schaute sich um.
© Roswitha Springschitz 2024-12-12