Lebenskompass Intuition

von Klaus Rafenstein

Ich bin ein Suchender. Ich habe jahrelang nach einer Betriebsanleitung für das Leben gesucht. In Büchern, bei weisen Lehrern, bei Gurus und anderen Infoquellen. Für das Leben gibt es keine Betriebsanleitung. Der wahre Lebenskompass liegt tief drin in uns und heißt Intuition.

Ich liebe es gerade auf Reisen meiner Intuition zu folgen. Was habe ich von wem über das Land, die Stadt, den Strand, das Hochplateau oder die Insel gehört? Wie fühlt es sich für mich an? Spüre ich Resonanz? Wenn mein innerer Kompass mir ein klares JA signalisiert, dann nichts wie hin. Und diese Entscheidungsinstanz hat eine zuverlässig hohe Trefferquote für schöne Wohlfühlplätze.

Ich lese Broschüren von Seminaranbietern und fühle mich angesprochen oder auch nicht. Möchte ich mit diesem Menschen mehr zu tun haben? Wie sind die Energien zwischen uns? Ich sehe mir das Bild an, schreibe ein email oder ruf gleich an. Ich achte darauf, was die geschriebene oder gesprochene Antwort mit mir macht. Fühlt sichs gut an? Dann intensiviere ich die Beziehung, buche das Seminar oder tue was sich gut anfühlt es zu tun.

Reiseführer und Restaurantführer gibt es viele, einige beanspruchen das Recht für sich, DEN Hotspot zu kennen, dort wo jeder hinmuss. Die wirklichen kulinarischen und energiegeladenen Wohlfühloasen habe ich meist zufällig entdeckt, wenn ich mich durch Orte treiben habe lassen und wem gefolgt bin? Genau! Der Intuition.

Ich liebe die Wüste. Das Buch „Goldstaub über der Wüste“ hat mich gefesselt und begeistert. Ich wollte den Autor kennenlernen. Ein Innsbrucker, der gerade im Oman, in der Wüste, wo sonst, lebte.

„Wenn du die Wüste so liebst, komm doch einfach her und wir machen einen Wüstentrip.“ Volle Resonanz war da und kurze Zeit später waren wir eine Woche gemeinsam in der Wüste. Magic Time. Die Kraft der Intuition war einmal mehr der richtige Wegweiser für schöne Lebensmomente gewesen. Eine grandiose Woche, 2 Männer am Lieblingsort von beiden. Wir waren im Oman unterwegs, doch aus Herbert’s Erzählungen habe ich immer wieder die Schönheit des Iran herausgehört mitsamt seiner Faszination von Salzseen.

Unruhen im Vorfeld und die angespannte politische Lage im Iran hielten mich nicht vor diesem Trip ab. Mit 2 Jeeps in die Wüste, an den Rand des zu durchquerenden Salzsees. Als es losging wäre ich am liebsten retourgefahren, die Faszination Salzsee war verschwunden. Es fühlte sich nicht mehr stimmig an.

Mit keiner Motivation, fast schon widerwillig, ging ich los, um beinahe zu verrecken. Der Salzsee war zu matschig, die Luft zu salzhaltig, die geplanten täglichen Distanzen waren nicht Kilometer sondern Meilen, und das Wasser war am 2. Tag zu Ende.

Ich hätte nachspüren sollen, ob sich das Vorhaben noch immer gut anfühlte. Ich habe gelernt meiner inneren Stimme zu folgen, und dabei immer wieder inne zu halten und nachzulauschen, ob die Richtung noch stimmt. Und das ist ein Lernprozess. Meine Intuition zu schärfen ist eine Lebensaufgabe. Und das ist gut so!

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