Ich war unglaublich stolz auf „meine“ 27 Kinder, meine SchülerInnen einer ersten Klasse Realgymnasium, mit denen ich, unterstützt von einem Kollegen, unser gemeinsames Buchprojekt zum Thema „Meer“ verwirklicht hatte. Die Kinder hatten, in einer von ihnen gewählten Form, also in Versform oder Prosa, ihre Gefühle und Gedanken zum Thema „Meer“ ausgedrückt und die eigenen Texte jeweils durch eine Zeichnung illustriert.
In den letzten Schultagen des Schuljahres, Ende Juni 2018, fieberten wir nun alle der Präsentation unseres Buches in der Aula unserer Schule, vor Eltern, Geschwistern, Verwandten, FreundInnen, LehrerInnen und der Lokalpresse entgegen. Und warteten jeden Tag auf unser Bücherpaket mit den frisch gedruckten Büchern.
Doch die Produktion und Auslieferung des Buches hatte sich, aufgrund unvorhersehbarer und unliebsamer Stolpersteine und Verzögerungen verschoben.
„Die Texte haben wir ja, die drucke ich euch aus. Eure Bilder und euer Cover werden wir auf die große Leinwand projizieren und gleichzeitig auch auf Stellwänden ausstellen: So können wir das Buch auf alle Fälle präsentieren!“, erklärte ich den Kindern, die mich täglich oder fast stündlich fragten, ob die Bücher nun endlich geliefert worden seien.
Und dann war er da, unser Abend! Wir posierten gemeinsam für ein Foto für die Lokalpresse, begrüßten das Publikum und spielten, zur Einstimmung, Walgesänge ein.
„Liebes Tagebuch! Ich wünsche mir ein Meer ohne Müll und ein Meer, in dem Fische leben können und nicht sterben müssen. Leider sterben heutzutage immer mehr Fische. Ein Meer, in dem ich schwimmen kann, und ein Meer, in dem keine Wale getötet werden, das wünsche ich mir …“, las Denise.
Es folgten Kurzgedichte von Nick: „Meer: groß, blau; winzige, kleine, große – tausende Lebewesen und viel Wasser.“ Und: „Das Meer ist verdreckt – der ganze Müll schwimmt darin: Der Mensch zerstört es.“
Andere Kinder lasen ihre Erlebnisberichte, Geschichten und Märchen. Somit gewährten wir einen Einblick in die Bandbreite unseres Buches.
Wir freuten uns dann über großen Applaus, rege Nachfrage und Buchbestellungen; über einen Zeitungsartikel und, vor allem, darüber, zwei Tage später endlich unsere Bücher aus dem Karton zu holen und in unseren Händen zu halten.
Und waren glücklich, Anfang des nächsten Schuljahres ins große „Haus des Meeres“ zu fahren, um dort direkt aus den Büchern zu lesen. Dies brachte uns sogar einen kleinen Artikel im WWF-Magazin „Young Panda“. Dieses Magazin gefiel einigen Kindern so gut, dass sie es abonnieren wollten …
https://www.buchschmiede.at/app/book/1205-Roswitha-Springschitz-Meeresrauschen;bookType=PB
© Roswitha Springschitz 2021-05-20