Die Haustür klickt. Geschafft. Meine Eltern denken, ich penne bei Martin. Martin pennt bei sich. Ich gehe tanzen.
Naja, tanzen ist übertrieben. Ich gehe gucken. It’s my life, dachte ich. Zumindest für heute Nacht.
Das Outfit sitzt. Zumindest im Spiegel. Jetzt, auf der Straße, fühle ich mich wie ein echter Freak in der Nacht.
Der Club brüllt mich an, noch bevor ich drin bin. Der Bass massiert die Magengrube. Gratis.
Drinnen riecht es nach Nebelmaschine und dem Rhythm of the Night. Ich kaufe eine Cola. Sicher ist sicher. Die Tanzfläche ist zweigeteilt. Wie mein Gehirn gerade.
Links: Die Haltungswahrer.
Ernste Gesichter. Fester Griff. Eins, zwei, Tipp. Sie drehen sich zu Wolfgang Petry, als wäre es Wahnsinn, das nicht zu tun. Einige Prinzen tanzen da auch mit. Alles nur geklaut, die Schritte. Nennt sich wohl Discofox. Sieht nach Arbeit aus.
Rechts: Die Zappelnden.
Dunkelheit, Blitze, wummernde Bässe. Keine Paare, nur zuckende Einzelteile. Arme fliegen. Köpfe wackeln. Manche rufen »Hyper, Hyper«. Wahrscheinlich ein Hilferuf an Mr. Vain.
Ich stehe in der Mitte. Im sicheren Abstand. Mein Job: Lässig an der Wand lehnen.
Ich nippe an der Cola und frage mich: What is love? Und warum tanzen die so komisch?
Mein Fuß wippt. Aber zu welchem Takt? Links oder rechts? Er gibt auf und bleibt still. Guter Fuß.
Ich fühle mich wie ein Scatman, der seine Worte verloren hat.
Vielleicht sollte ich einfach hier stehen bleiben. Bis die Lichter angehen. Oder bis meine Cola leer ist.
Die ist jetzt leer.
Okay, Plan B. Heimgehen.
War ein wilder Abend. Also fast.
© Kreative-Schreibwelt 2025-12-01