Vom Wolkenschauen – mein Weg zurück zu mir

Jove_Wunderland

von Jove_Wunderland

Story

Als ich klein war, lag ich oft im Gras und tat… nichts. Wirklich nichts. Keine Pläne, keine Zukunftsfragen, keine To-do-Listen. Nur Himmel über mir und Wolken, die sich in langsamen Bildern bewegten. Ich malte mir Welten aus, einfach so, aus ihren Formen.

Ich tanzte, wenn mein Körper danach rief. Ich sang, obwohl niemand da war, der zuhören konnte. Ich las alles, was irgendwo herumlag, und schrieb Geschichten, ohne je zu fragen, ob sie gut genug waren. Und manchmal saß ich einfach da, tat nichts – und war vollkommen zufrieden damit.

Dann kamen diese Teenagerjahre. Und mit ihnen eine Frage, die sich irgendwann wie ein Dauergast in jede Ecke meines Lebens stellte: „Was willst du mal werden?“
Als müsste man sich entscheiden, wer man sein darf.
Als wäre man erst dann etwas Wert, wenn man einen Titel hat, der Eindruck macht.

Also wurde ich ernsthafter. Lernte brav. Passte mich an. Wollte fleißig sein, erfolgreich wirken, etwas darstellen. Und während ich damit beschäftigt war, die äußere Form zu optimieren, ließ ich leise all das los, was mich innen lebendig machte.

Ich hörte auf, Bücher zu lesen, die ich liebte – und las die, die gute Noten brachten.
Ich ließ Kuchen stehen, weil ich dachte, er macht mich dick.
Ich tanzte nicht mehr für mich, sondern für den Blick von außen.
Ich sang weniger, weil andere schöner klangen.
Ich schrieb weniger, weil Hausarbeiten wichtiger waren als Träume.
Ich sah nicht mehr in den Himmel, weil ich nicht „faul“ wirken wollte.

So verlor ich, Stück für Stück, die Leichtigkeit.

Ich verglich mich mit Menschen, die scheinbar alles hatten: die stabilen Karrieren, die perfekten Beziehungen, die Häuser, die klaren Lebenswege.
Und während sie „ankamen“, driftete ich herum. Betäubte mich mit Partys, mit Scrollen, mit ein paar schlechten Angewohnheiten. Nur um nicht zu spüren, dass ich innerlich den Faden verloren hatte.

Bis irgendwann diese eine Frage auftauchte.
Leise, aber unüberhörbar:

Was macht mich eigentlich glücklich?

Ich wusste es nicht sofort. Aber ich wusste, dass dieses perfekte Bild, an dem ich mich jahrelang festgehalten hatte, nicht meins war. Also ließ ich Stück für Stück los.

Und ganz langsam erinnerte ich mich wieder daran, wie es war, im Gras zu liegen.
Einfach zu sein, ohne zu müssen.

© Jove_Wunderland 2025-11-24

Genres
Lebenshilfe
Stimmung
Emotional, Inspirierend, Reflektierend
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