An einen Folgsamen, Vampir

Halucius

von Halucius

Story

An einen Folgsamen

Trink‘ mein Freund, nur traulich,
vom Quell dort aus dem Stein
Zög’re nicht und trau‘ dich,
speist er auch Leichenhain

Sieh doch nicht auf die Toten,
die tranken hier vor dir,
Eile ist geboten,
Vertraue nur noch mir

Der Berg steinerner Herzen,
fĂŒhrt dir das Wasser gut,
aus Gier- und LĂŒgen-Erzen,
als Angst und Hass ins Blut

Hör‘ doch nicht auf die Armen
die schrei’n das Gift es sei,
nur ohne Erbarmen
wirst durch Sieg du frei


Ich war doch stets dir Vater
streite nun fĂŒr mich
als tollend bunte Fahne
begleit‘ sogleich ich dich

Trink, dass Trank dir böte,
was mein Geschenk allein,
dass er dir Menschsein töte,
um ganz Soldat zu sein.

Vampir

Grufthauch weht um sein Erwachen,
wo lichtfern sich sein Lide regt,
bis Augen, alt, in blutleerblassen
ZĂŒgen, blicken, bis die Nacht sich legt

Dann strebt mit leichenstarren Gliedern
lebensfremder Leibe fern,
klanggierend an Seelenliedern
sich Herzensstille zu erwehr’n

Da ist ein Tanz in vollen Reigen
wo wehend weiß das Kleid sich schwingt
und glĂŒhend Lippen sich zuneigen
im Takt der vom Orchester klingt 

Er reiht sich ein und tote HĂ€nde
zehren WĂ€rme aus dem Bund
schon schweigt Musik, und trÀges Ende
finden Tanz und TĂ€nzerrund

Dann hÀmmert erneut ihm Schweigen
Grauen treibt zu neuem Ort
Hand greift Hand, erkaltet Reigen,
und seelenleer geht man auch dort

Alsbald erstirbt ein jedes GlĂŒhen
lebensfroher Menschlichkeit
und er zieht fern zu LebensblĂŒhen
aus Stadt die nunmehr Einsamkeit



© Halucius 2023-06-15

Genres
Spannung & Horror, Anthologien
Stimmung
Dunkel, Inspirierend, Mysteriös, Reflektierend, Dark
Hashtags