Cogito, ergo sum

Rosemarie

von Rosemarie

Story

„Ich denke, also bin ich.“ Bekannte Worte des Philosophen Renatus Cartesius (1596-1650), besser bekannt unter dem Namen René Descartes. Besser bekannt auch als Begründer des Rationalismus. Einige seiner Aussagen sind nun Anlass einer genaueren Betrachtung liebe Rosemarie, und Grund meines Briefes.

Ebenso wie du, habe ich der rationalistischen Strömung des Denkens gegenüber so meine Bedenken, weil der Verstand ohne Herz, wie man so gerne sagt, kaum ausreicht um in der eigenen Lebenswelt zu hinreichenden Erkenntnissen zu gelangen. Wie auch immer diese im Detail aussehen und rational betrachtet werden könnten. Aus meiner Sicht kann jede Annahme auch immer wieder anders betrachtet und bewertet werden und Probleme in der eigenen Lebensgestaltung eröffnen andere Sichtweisen, andere Lösungen. Gesetzt den Fall: Ich will!

Wie du schreibst, scheint dir der, auch von Descartes überlieferter Ausspruch: „De omnibus dubitare“, der so viel bedeutet, wie: „An allem ist zu zweifeln“, für deine Lebensphilosophie besser geeignet zu sein, weil das Denken für dich einen sinnlichen Prozess von Geist, Körper und Seele darstellt und in seiner Mehrdeutigkeit kaum durch den Verstand allein ganzheitlich erfasst und durch ein „ich denke“ kaum hinreichend begriffen werden kann.

Somit stellt sich für mich auch die Frage, wie sich in meinen Gedanken das eigene ich definiert bzw. definieren lässt, um in meiner Lebenswelt zu sein bzw. zu werden, weil für mich meine Gedanken mein ich formen und Gedankenblüten in alle möglichen Richtungen offen halten. Kein statischer Begriff also das „ich bin“, sondern nur ein Aspekt des Soseins und Werdens, liebe Rosemarie.

Im Laufe eines Lebens sind Variationen in Gedanken, Worten und Werken möglich, die, wie schon der Dichter Goethe so schön ausdrückte:

„Was nicht ist, es kann ja noch werden.“

In diesem Sinne ist das Werden eine wichtige Betrachtungsweise, die das „ich“ als Gedankenquelle für den Fluss des Lebens erfüllt und durch Kreativität sowohl oberflächlich betrachtet als auch in tiefgründiger Weise erfahren werden kann. In Harmonie mit Geist Körper und Seele vom Sosein zum So werden. Jeder wie er will…

Im bewussten Sein lassen sich also aus meiner Sicht, sowohl meine Gedanken formen um dem eigenen ich ein Werden zu ermöglichen, als auch in meiner Lebenswelt mutig dem Zweifel als auch den Zweiflern zu begegnen.

Wo auch immer dies hinfĂĽhren mag, liebe Rosemarie.

© Rosemarie 2021-03-15

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