von Line33
Wieso fällt es einem eigentlich so schwer, Entscheidungen zu treffen?
Oftmals ist es so, dass man schon bei kleinen möglichen Schritten gehemmt ist und sich nicht traut, diese zu setzen und vielleicht einen anderen Weg zu gehen. Wieso bin ich überhaupt gehemmt?
Ich habe selbst bei mir beobachtet, dass ich immer alle möglichen Szenarien durchdenke und somit dann schon beginne, alles zu „zerdenken“. Das Endergebnis ist dann ein Sammelsurium an Zweifeln und Zweifel führen zu Hemmungen und Hemmungen führen zum Nicht-Machen oder Adacta-Legen. Eigentlich weiß ich, tief in mir, dass alles möglich ist, wenn ich an mich glaube und mich von den unterschiedlichsten negativen Gedanken nicht beeinflussen lasse und doch kommen diese Gedanken, die einen hemmen, auf. Kann ich das wirklich? Ist es nicht doch eher so, dass ich mich überschätze? Ist es nicht eher so, dass ich alles, was ich bis jetzt erreicht habe, eher auf Glück oder Zufall zurückführen kann? Spätestens jetzt werden sich wahrscheinlich einige wiederfinden, denn das sind Gedanken, die viele von uns kennen. Dass es sich hierbei mittlerweile um ein bestätigtes Syndrom handelt, wusste ich bis vor kurzem selbst nicht.
Das Impostor-Syndrom, auch Hochstapler-Syndrom genannt, ist ein psychologisches Phänomen, denn trotz nachweisbarer Erfolge zweifelt man an seinen eigenen Fähigkeiten und aus Angst, als „Betrüger“ entlarvt zu werden, reagiert man unruhig und auch teilweise nicht nachvollziehbar für andere. Diese Erkenntnisse habe ich von einer ZDF-Dokumentation (hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=ElWPwt-ecJc) erfahren. Ich erkannte viele Parallelen zu meinem eigenen Leben und musste erkennen, dass vieles, was ich nicht gemacht habe in meinem Leben, darauf zurückführen kann.
Was waren das z.B. für Gedanken: -) Ich hatte die ständige Befürchtung, nicht kompetent genug zu sein und als Hochstapler entlarvt zu werden und habe somit auch eigene Erfolge externen Faktoren (Glück, Timing) statt eigenen Fähigkeiten zugeschrieben.
-) Alles beginnt bei mir mit einer Aufgabe, führt dann zu Ängsten, die entweder in Perfektionismus oder Prokrastination (Aufschieben) enden und anstatt etwas getan zu haben und mich darüber zu freuen, habe ich es wieder weggeschoben.
In dieser Dokumentation ist aber vor allem angesprochen worden, offen über die Selbstzweifel zu sprechen. Zusätzlich ist es förderlich, wenn man eine Liste mit Erfolgen anfertigt oder sogar ein Tagebuch dazu führt. Das Wichtigste für mich war die Aussage, dass man realistisch bleiben und auch akzeptieren soll, dass Fehler zum Leben dazugehören und man dadurch vieles im Leben lernen kann. Ob man das so leicht umsetzen kann, lasse ich hier im Raum stehen, aber es ist für mich schon einmal eine Erleichterung zu wissen, woher diese Gedanken kommen und dass ich möglicherweise etwas dagegen tun kann…
© Line33 2026-03-17