Das Streben nach Zufriedenheit

Melissa-Imani

von Melissa-Imani

Story

Vor nicht all zu langer Zeit, hatte ich eine wichtige Erkenntnis für mein Leben. Zum fünften Mal inert drei Jahren lag ich während endlos scheinenden Minuten in der ohrenbetäubenden Röhre namens MRT, um meinen Körper zu durchleuchten. Beim letzten Mal konnte ich mich während Tagen nur an Stöcken fortbewegen. Verbrachte die Tage im Bett und malte mir meine Zukunft unter Panikattacken im Rollstuhl aus. Daran zu denken, dass mein Bewegungsapparat mit jedem Mal, wenn ich wieder versucht habe Arbeit, Hausarbeit und Mutterschaft unter einen Hut zu bringen, angeschlagener wurde und mir dadurch drohte, irgendwann meinen Kindern nicht mehr gerecht werden zu können im Begleiten ihres Weges in die Erwachsenenwelt, raubte mir den Atem.

Das Grübeln über Lösungen wie ich denn unser Lebensunterhalt verdienen könnte, wie ich denn wieder vollkommen gesund werden könnte, brachte mich um den Schlaf. Schwächte mich noch mehr und verwandelte sich in einen ewigen Teufelskreis.

Die Erkenntnis, die mir zuflog, war keine Geringere als, dass ich nicht gemacht bin um Papa, Mama, Lehrerin, Geldbringerin, Administratorin, Haushälterin und Selbstverwirklicherin gleichzeitig zu sein. Ich endete erneut in Therapiesitzungen und Krankenbett. Da ich ein Mensch bin, der unter Hochsensibilität leidet (oder von ihr gesegnet ist, wie auch immer man es betrachten möchte), habe ich nun erkannt, dass ich Prioritäten setzen muss. Für meine Kinder. Für mich.

Am Ende ist das Leben zu kurz, um es damit zu verbringen, sich ständig und immer darum zu kümmern, sich mühevoll über Wasser zu halten und nach Luft zu ringen. Ich betrachte die Blumen und die Pflanzen in der Natur, die friedlich wachsen und von Tag zu Tag mehr erblühen, bis ihre Tage gezählt sind und sie würdevoll dem neuen Gewächs Platz machen dürfen. Sollten wir Menschen nicht auch danach streben, uns nach der Sonne auszurichten, bis unsere Zeit gekommen ist?

Probleme und Unvorhergesehenes im Leben sind nicht zu vermeiden. Sie gehören dazu. Aber wäre es nicht alles leichter zu ertragen, wenn wir ein weltliches System hätten, dass die Grundversorgung eines jeden versichert? So viel Geld wird für das Wachstum der Wirtschaft investiert. Aber viel wichtiger wäre doch das Wachstum und die Sicherstellung der mentalen Gesundheit und der Entfaltung und Lebensqualität unserer Erdbewohner. Und wo, wenn nicht hier, in den wohlhabendsten Ländern der Welt, könnte man damit beginnen ein solches System zu stärken? Und womöglich würde sich dieses Streichholz, welches man zündet durch eine neue Sicht, in die verschiedensten Winkeln der Welt ausbreiten. Eine Mamalution könnte ein Grundstein sein für eine mental gesündere Gesellschaft. Entspannte und gestärkte Mütter, bringen entspannte und gestärkte neue Generationen hervor, die wiederum zufriedener und letztlich empathischer und solidarischer sind, als die Generationen davor.

Jemand der inneren Frieden hat und glücklich ist, möchte dies mit der Welt teilen. Jemand der unzufrieden ist leider auch.


© Melissa-Imani 2023-05-12

Genres
Spiritualität, Biografien
Stimmung
Herausfordernd, Emotional, Hoffnungsvoll, Reflektierend, Entspannend
Hashtags