„Opa,“ sagt der kleine Fritz zu seinem Opa Fritz, „du musst die kleine Brücke über den Fluss zu deinem Grundstück reparieren lassen.“
„Weißt du, mein Lieber,“ sagt der Opa Fritz zu seinem Enkel, während er ihm mit der Hand über das blonde Haar streicht, „das habe ich meinem Großvater auch gesagt und er sagte zu mir, dass sein Großvater diese Brücke gebaut hat, mit seinen eigenen Händen.
Sein Großvater wusste, was er tut und die Brücke wird nie einstürzen.“
„Aber Opa,“ wirft der kleine Junge ein, „es brechen schon Steine heraus und fallen in den Fluss.“
„Das macht nichts,“ sagt der Opa Fritz, „der Großvater meines Großvaters hat genug Steine genommen, sodass ein paar weniger Steine keine Rolle spielen.“
Der kleine Fritz schüttelt den Kopf. Es bringt nichts, mit seinem Opa zu diskutieren.
Doch die Brücke macht keinen guten Eindruck mehr. Überall sind Risse zu sehen und Steine locker oder sogar schon hinabgefallen.
Der kleine Fritz rennt immer so schnell er kann über die Brücke aus Angst, dass sie unter ihm zusammenbrechen könnte.
Doch als er nach einer Woche wieder seinen Großvater besuchen möchte, steht dies nicht mehr zur Debatte. Er steht vor den Trümmern der Brücke.
Nur noch wenige Steine sind an den Ufern vorhanden. Das Wasser trägt bereits Teile des Ufers ab, da zu viel Baumaterial in den Fluss gefallen ist und das Wasser verdrängt. Es sucht sich einen neuen Weg und so ist der Fluss jetzt schon breiter als vor einer Woche, dabei hat es nicht einmal geregnet.
Der alte Fritz steht auf seiner Seite der Brücke und kratzt sich am kahlen Kopf. „Vielleicht,“ murmelt er, „hätte ich doch auf meinen Sohn und Enkelsohn hören sollen.“
© Stefanie Grötzner 2024-11-03