von Heinrich
Hallo Christkind, ich bin’s der Klaus – Mama meint, Weihnachten ist schon aus.
Wer hat diese Entscheidung getroffen? Zwei Türen am Adventkalender sind nicht einmal noch offen!
Sie sagt, dass du heuer zu Hause bleibst und doch glatt das Fest abschreibst?
Und der Rote mit dem Bart? Hat sich der nun genauso eingespart?
Keine Packerln, keine Sackerln, keine Weihnachtsgans im Herd? Und der Rudi ist auf Kurzarbeit und steht im Stall noch eingesperrt?
Gibt es kein Rentier, dann nehmt halt den Zug – ist zwar kein Fliegen, aber für mich schnell genug.
Ich weiß, wo Länder, da auch Sitten – aber meidet mir bitte jetzt die Briten. Weil das Virus hat ungeniert – dort munter vor sich hinmutiert!
Was fällt noch alles heuer aus? Die Mette, das Vaterunser und das Friedenslicht – all das gibt es diesmal nicht?
Auch die drei Heiligen aus dem Morgenland setzen rein schon auf Paketversand?
Myrrhe, Weihrauch und auch Gold – schön im Paketshop abgeholt? Vielleicht noch mit Hermes und UPS – die hellsten Sterne im Weihnachtsstress?
Das sind doch nichts als schaurige G’schichtln, die erzählt lieber euren Wichteln!
Zu Jesus Geburt gehört gefeiert und eventuell auch noch gereihert!
Besinnlich darf es sein und nicht ohne Schmerzen – vor dem Baum mit den Wunderkerzen.
Aber nicht einen Legobaum aus PVC, weil der tut mir im Herzen weh. Vielleicht noch vom nordischen Tischlerschreck, bei der Shopping City gleich links ums Eck!
Ich lass mich testen und trage Maske, so wie fast ein jeder – und sitz im Zimmer wie Darth Vader?
Und für was? Für nichts? Also, fühl dich berufen und stell den Schlitten auf die Kufen.
Den Haberer, den dicken, kannst auch liebe Grüße von mir schicken.
Er soll nicht weiter an der Flasche hängen und sich lieber in den roten Strampler zwängen!
Zipfelmütze und Juttesack und ab die Post mit Sach und Pack!
Was er aber auf jeden Fall nicht vergessen darf, ich war sicher nicht umsonst so brav.
Also packt schön alles ein, milde Gaben dürfen sein. Und auch über große werde ich mich nicht beschweren – euer Beschenken soll sich bewähren!
Darum schreib ich dir nochmals meine Wünsche kurz auf: Alles was ich halt zum täglichen Leben so brauch!
Ein paar Unterhosen von Skinny und ein neues iPhone mini. Sowie – Mama meint, das krieg ich nie – dem Marcel Hirscher seine Schi!
Dann eine PS 5 – die zwar vergriffen – dann lasst sie halt aus Taiwan herüberschiffen!
Vielleicht noch einen LED TV, weil ich so gerne Filme schau. 85 Zoll sollten reichen, dann muss ich die Wand gleich gar nicht streichen! Mama findet das sehr schlau – den verwendet sie als Paravent.
Doch wer dies nicht richtig sprechen kann, nimmt den nächsten Satz heran.
Sie meint: den Fernseher, den noch keiner kennt, verwendet sie als Paravent.
Zum Schluss, liebes Christkind – aller guten Dinge sind drei – schleife auch die Könige bei mir vorbei.
Denn ich will nicht nur den Döner, im Falle des Falles, sondern auch mein Weihnachten: Einmal mit Alles!
© Heinrich 2020-12-22