Der heilige Geist inmitten des Lebens

Karen Kandzia

von Karen Kandzia

Story

Es war einer dieser Tage, an denen Karen sich einsam fühlte.
Die Wohnung schien stiller als sonst, trotz dessen, dass mit uns ein junger Mann wohnte. Das zweite Mal verbrachte sie ihre Osterzeit alleine ohne Familie. Das machte sie traurig.
Und doch packte sie unseren Buggy, setzte mich hinein, und wir brachen auf.
Wir gingen in die Harburger Berge, hinaus aus der Stadt, hinein in die Natur.

Der Weg war steil, manchmal steinern, manchmal matschig.
Karen schob mich, Schritt für Schritt, mal mit Mühe, mal mit Kraft.
Und ich spürte: Sie trägt mehr als nur mich.
Sie trug ihre Sorgen, ihre Trauer, ihr Alleinsein.
Jeder Meter war wie ein Atemzug voller Fragen.

Der Weg erinnerte sie an etwas, das größer war als wir.
An den Kreuzweg von Jesus. So empfand sie es: schwer, voller Last, und doch mit Hoffnung auf etwas am Ende. Ich lag im Buggy, still, und beobachtete sie. Mal gab sie mir die Möglichkeit mit ihr den Weg nach oben zu gehen. Sie dachte, sie trägt mich. Doch in Wahrheit trug ich sie.

Ich sprach leise zu ihr, so wie Seelen sprechen:
„Eigentlich trägst du nicht meine Last, sondern ich deine. Ich trage für dich dein Kreuz.“

Sie verstand es in diesem Moment nicht. Sie sah nur das Kreuz, das oben auf der Bergspitze stand,
groß stand es da und gegen den Himmel. Ich wusste: Dieses Kreuz war real. Und eines Tages würde sie es auch verstehen. Als wir das Kreuz erreichten, blieb Karen lange stehen. Sie atmete tief ein, schaute hinauf.
Tränen liefen ihr übers Gesicht, gemischt aus Erschöpfung und Ergriffenheit.

Gleichzeitig spüre sie einen Frieden, den sie vorher vielleicht noch nie auf diese Weise so gespürt hatte.

„Das Kreuz ist real“, hörte sie. „Und du bist nicht allein.“

Damals wusste sie noch nicht, dass Jesus durch mich zu ihr sprach. Dass er meine Augen und mein Sein nutzte, um ihr Herz zu erreichen. Doch später, im Rückblick, erkannte sie es.

Von diesem Tag an spürte sie den Himmel stärker. Nicht als fernen Ort, nicht als etwas Unerreichbares.
Sondern als Gegenwart, die mitten im Alltag leuchtet. In einem Windstoß, in einer Wolke, in einem Sonnenstrahl – und in mir –

einem Hundegeschöpf namens Duana.



© Karen Kandzia 2025-08-30

Buchkategorie
Spiritualität
Stimmung
Emotional, Inspirierend, Reflektierend
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