von Wolfgang Zander
Auf wirklich einmalige Weise sehr außergewöhnlich und beeindruckend wirken die mit ihren schlanken Glockentürmen aus der Entfernung bereits gut sichtbaren, wie mit eigenwillig elegant geschwungenen Dächern das ganze Bauwerk überspannenden und zudem mit bunt schillernden Blau- und Rottönen fast flächendeckend al fresco an den Außenwänden bemalten Kirchen der Moldauklöster auf den von weit herangereisten Mitteleuropäer, der sich angesichts dieser vorzufindenden Einzigartigkeit auf zauberhafte Weise in eine andere Welt versetzt damit fühlt. – Nirgendwo sonst, so kann ich Ihnen versichern, gibt es eine auf einmalige Art hier unvergleichlich wirkende Sakralbauweise zu bewundern, während Ausdrücke des Staunens und der Ergriffenheit erst neu erfunden werden müssten, um den in der Vorstellung hinterlassenen Eindruck damit zu beschreiben.
Mit unbeschreiblich starker Anziehungskraft wirkten diese Kirchen der Moldauklöster, von deren Existenz ich zuvor nun gar nichts noch ahnte, auf meine Vorstellung jedenfalls ein, nachdem mir Bilder und Beschreibungen dieser Bauwerke mit dem 2018 erschienenen Bildband „Die schönsten Kirchen Europas“ mit Fotografien von Guillaume de Laubier und mit Texten von Jacques Bosser vermittelt worden sind. – Dass ich mich eines Tages damit auf den Weg würde machen, um in der Bukowina mir die einmalig wirkenden Klosterkirchen auch ansehen zu können, war von diesem Zeitpunkt weg, da ich den oben erwähnten Bildband mit heller Faszination und Staunen nur durchblätterte, in einer von Unbedingtheit angeleiteten Form nunmehr klar, die Karl Jaspers als einen durch Reflexion aus einer unbegreiflichen Tiefe hell werdenden Entschluss bezeichnet, mit dem man selbst identisch ist.
Wie schwer es am Ende aber gewesen ist und welche Überwindung es damit gekostet hat, sich ganz allein nun während dieses Julis im Jahr 2022 auf die abenteuerlich und einzigartig anmutende Reise zu begeben, die mich von meiner Heimatregion in die mehr als 700 Kilometer Luftlinie entfernte Bukowina und über Mitteleuropa hinaus damit bis hinter den Karpatenbogen in den Nordosten Rumäniens führte, will ich – bei all der bislang beschriebenen Faszination und Begeisterung – meinen lieben Leserinnen und geneigten Lesern nun ebenso vermitteln, indem ich Ihnen von niederdrückenden Momenten mit dumpfen Gefühlen erzähle, während der ich mich in einer isoliert und abgelegen auf mich einwirkenden Gegend ein wenig ausgesetzt und alleingelassen fühlte und die Tage nur zählte, die auf dieser Reise hinter sich zu bringen wären . . . – Fortwährend hatte meine liebe Gefährtin von früher auf dieser Reise gefehlt. Und ganz allein ohne liebe Gefährtin in der Bukowina hier unterwegs zu sein, ist die mit Wehmut verbundene, ganz besonders große Herausforderung auf dieser Reise gewesen.
© Wolfgang Zander 2024-12-24