Die Wurzerstraße

Lorenz Clementi

von Lorenz Clementi

Story

Die Wurzerstraße zweigt südlich von St.Jakob beim Jahrhunderte alten Wurzerhof rechts von der 12er Landstraße ab und verläuft westwärts ca. einen Kilometer bis fast Mitte des Etschtales hinein und hört dort beim Verrihaus einfach auf. Der Straße entlang kommt keine 100 m nach dem Wurzerhof, rechterseits das Zanlucchi-Haus und gleich danach – mit einem ca. 80 m-Weg rechts erreichbar – das Puff-Haus.

Nach weiteren ca. 200 m zweigt der Toalerweg links ab. Immer der Wurzerstraße entlang, nach weiteren 200 m das Zambon-Haus, rechts und nach ca. 150 m links das Comper-Haus. Vom Comper bis zum Santifallerhof sind es ca. 150 m, dann wird die Straße etwas enger und geht zwischen dem Zobele- und Lafogler-Haus links und dem Stenech und Nikolussi-Haus rechts hindurch, um nach weiteren ca. 150 m eben beim Verri-Haus zu enden.

1938 wohnten im Wurzerhaus drei ältere Geschwister, zwei Männer, der Seppl und der Hans, und deren Schwester, die Kathl. Das waren Cousins und Cousinen meiner Mutter und sie hießen Winterle. Im Zanlucchi-Haus wohnten der Luis und die Dora mit zwei Söhnen, dem Willi und dem Renato. Der Willi war ein paar Jahre älter und der Renato ein paar jünger als ich.

Beim Puff waren da der Vater, der schon einige Jahre älter als meiner war, und zwei Söhne, der Alfred und der Hubert mit deren Schwester Rosa, alle drei etwas älter als meine großen Brüder. Außerdem wohnte da noch eine italienische Familie in Miete. Das Zambon-Haus war geteilt. Die Westseite gehörte Mario Zambon und die Ostseite Vincenzo Zambon. Beide waren im Alter meiner zwei älteren Brüder.

Zwischen Zambon und Comper floss ein kleiner Bach mit klarem Quellwasser von Nord nach Süd unter dem Wurzerweg durch und mündete nach ca. 2 km in den Landgraben. Die Rosa, wie der Bach genannt wurde, entsprang im nördlichsten Teil der Santifaller-Obstwiesen und verlief dann der Nordgrenze entlang und nach einer 45 Grad-Drehung nach Süden der Ostgrenze des Santifallerhofes entlang. Dieser Bach war deswegen so wichtig, weil gleich drei Gehöfte, und zwar Santifallerhof, Comper und auch Zambon, dort ihr Trinkwasser holten.

Man hatte damals noch kein fließendes Wasser im Haus. Die Wasserentnahmestelle wurde immer schön sauber gehalten, denn es war ja im Interesse aller, sauberes Trinkwasser zu haben. Einige Meter weiter war da noch eine Stelle, wo die Großwäsche gewaschen wurde. Dort wurden alle Neuigkeiten ausgetauscht.

© Lorenz Clementi 2022-08-21