von Laura Wiggers
Identität, sie macht mich aus. Meine Identität ist die Antwort auf die Frage, wer ich bin. Doch ich bin so viel, also woher genau soll ich wissen, was MEINE Identität ist? Was zu mir gehört, was mich aus macht und was eben nicht? Es gibt über 1500 Adjektive, die Charaktereigenschafte beschreiben, wie soll ich denn daraus die genau passenden finden. Gut gelaunt, kann für andere überdreht oder nervig sein und dann habe ich statt einer Eigenschaft schon drei.
Die Identität besteht aus Facetten. Mal bin ich laut und mal leise. Mal bin ich ruhelos und mal ganz entspannt. Mal das Chaos und mal die Ordnung. Und all das bin ich. Macht mich aus. Macht mich zu dem Menschen, der ich bin.
Es gibt den Spruch: Kleider machen Leute, doch Kleider kann man ausziehen, wechseln und von sich weisen. Menschen machen Kleider und Identitäten machen Leute, denn die Identität können wir nicht alle paar Sekunden wechseln oder ausziehen.
Die Identität ist wie unsere Haut. Sie wächst mit uns, verändert sich im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung, ist vielfältig und einzigartig denn es gibt niemanden, der dieselbe Haut hat, wie du sie hast. Sie schützt und umhüllt uns.
Mit unserer Identität müssen wir ein Leben lang leben, da sie in uns verwurzelt ist. Sie ist ein Teil von uns. Ein Teil von dir. Ein Teil von mir. Ein Teil vom wir.
Wie schlimm und schmerzvoll wäre es dann, wenn wir unsere Identität nicht wie ein Freund an die Hand nehmen würden, sondern sie mit Missachtung und Ignoranz strafen würden.
Bestimmte gesellschaftliche Rollenbilder beeinflussen unsere Identität und so muss ein Mittelweg gefunden werden für meine persönliche Identität und die soziale Identität. Richte ich mich zu sehr nach den Werten und Normen verlieren ich meine individuellen Eigenschaften, doch bin ich zu individuell bin ich nicht gesellschaftskonform. Es ist ein Dilemma, welches es über die Biografie hinaus, zu lösen gilt.
In der Lösung darf ich nicht in der Gesellschaft verloren gehen aber auch nicht auffallen. Das Wort „zu“ darf nicht verwendet werden. Zu laut, zu leise, zu gleich, zu individuell…es beschreibt, dass etwas nicht passt.
Doch sollte es nicht eigentlich egal sein, was ich bin? Sollte es nicht genügen, dass ich bin? Ist nicht jeder Mensch so gut, wie er ist?
© Laura Wiggers 2022-08-21