Als wir unser Haus vor den Kindern planten, haben wir uns am Durchschnitt orientiert und mit zwei Kids gerechnet, wobei genau genommen ist das eh schon mehr als 1,4. Das ist jetzt zwar frei von der Leber weg gesagt, aber es ist wahr und ändert nichts an der Tatsache, dass wir „nur“ zwei Kinderzimmer haben. Doch das Leben ist dann – zum Glück – dazwischen gekommen.
Sodala, schön und gut – zwei Kinderzimmer für drei Mädchen, noch dazu mit einem so geringen Altersunterschied – DAS müsste doch gehen, gebt ihr mir sicher recht. Vor allem auch deshalb, weil im Eltern-Schlafzimmer so oder so ein extra breites Familienbett steht. Ja, es hat funktioniert – aber nur fast.
Wir lieben die nächtlichen Abenteuer und sind den umgekehrten Weg gegangen, wir haben sogar nur ein Kinderzimmer. Ja, liebe Leserschaft, ihr hört recht! Jetzt unabhängig von den Puppen, Autos und Co. im Wohnzimmer, BĂĽro, Keller natĂĽrlich. Ich habe es aufgeben, der Rest ist so oder so zur Toys’r’us (Achtung veraltete Werbung) Filiale oder zum Spielezimmer mutiert. Aufgrund unserer nächtlichen Völkerwanderungen – eh schon wissen – ist ein Raum zum Gäste- oder Ausweichzimmer umfunktioniert worden. Unser altes Doppelbett steht drinnen und sichert uns zumindest teilweise den Schlaf. Und deshalb gibt es hier auch nur ein Kinderzimmer…
Ihr fragt euch nun eventuell: Wie funktioniert DAS – drei Kinder in einem Zimmer? Die Wahrheit: Es stehen zumindest mal die drei Bettchen oder theoretischen Homebases drinnen. Die Betonung liegt allerdings beim Wörtchen theoretisch. Denn egal, was man sich mit Kindern vornimmt, Situationselastizität ist das Geheimrezept, es kommt freilich immer anders, als man denkt und das ist auch gut so. Der Bettentausch in Familien gehört einfach dazu – jeder schläft in jedem Bett, Papas auf einer Mini-Matratze von 40 x 120 sind keine Seltenheit, oder? Das war schon vor über dreißig Jahren bei mir als Kind so, warum soll sich das auch ändern?
Hand in Hand mit dem Bettentausch kommt dann freilich auch der morgendliche Orientierungs-Gedanke. Beides geht ohne einander nicht. Nach den durchwachsenen Nächten heiĂźt es: „Was ist links? Was rechts? Wer ist neben mir? Wo bin ich?“ Zumindest bei uns ist es so. Es wäre unpassend, wenn wir das Hochbett der groĂźen Zuckerpuppe mit dem Kinderbettchen der kleinsten Maus verwechseln. Das könnte ins Auge gehen. In diesem Fall wäre es besser, sich fĂĽr die Rutsche zu entscheiden… Und wer glaubt, dass wir im groĂźen Bett alle Platz haben mĂĽssten, täuscht sich leider, denn drei tretende Menschlein nehmen vieeeeeel Platz ein…. Glaubt mir!
Wie ihr also seht, es funktionierte mehr schlecht als recht. Irgendwie werden wir – no-na-ned – das GefĂĽhl nicht los, dass wir doch ausbauen sollten….
Doch keine Angst: Jahre später, ein Kind und einen Hund mehr frage ich mich, warum wir diesem Gefühl noch immer nicht Raum gegeben haben. ;-)
© MamaWahnsinnHochVier 2020-04-16